578  Ei  —  Eichelkaffee.

schaft  einen  vergifteten  Boden  bereitet.  Darüber  werde  sich  jeder  klar,  der
eine  Ehe  schließt.  (Siehe  siebentes  Kapitel  des  I.  Teiles.)

Auch  hat  die  Ehe  nicht  nur  den  Zweck,  tierischen  Trieben  zu
dienen,  sondern  die  Seelen  zweier  Menschen  zu  edler  und  nutzbringender
Arbeit  zu  vereinigen.  Bei  sittlichen  und  edlen  Naturen  wird  das  niedere
physische  Leben  stets  den  geistig  höheren,  ästhetischen  Bestrebungen  weichen.
In  selbstloser  Arbeit  für  alles  Gute  und  Wahre  werden  sie  sich  stets
vereinigen  und  der  gemeinen,  erotischen  Ehe  den  „Bund  der  Seelen“
gegenüberstellen.

Ei.  „Eier“  sind  diejenigen  Gebilde,  aus  welchen  bei  Tier  und  Mensch
die  Nachkommen  entstehen.  Gewisse  Vogeleier  sind  ein  allgemein  beliebtes
Nahrungsmittel  und  fanden  im  Kapitel  über  „Ernährung“  I.  Teil  Besprechung.
  Sie  sind  gleichzeitig  „Fruchthalter",  darum  so  groß  und  mit
Nahrungsdotter  ausgestattet,  während  die  „Eier“  der  Säugetiere  nur  winzige
Eizellen  sind,  die  in  einem  eigens  dazu  bestimmten  Fruchthalter  zur  Reife
kommen  (Gebärmutter).  Teils  im  letzten  Kapitel  des  I.  Teiles,  „Geschlechtsleben“,
  teils  im  ersten  Kapitel  des  II.  Teiles  findet  Wesen  und  Entwicklung
des  menschlichen  Eies  nähere  Besprechung.

Sibisch  (Althea).  Aus  der  Abkochung  der  Wurzeln  dieser  Pflanze
wird  ein  bekannter  Tee  bereitet,  welcher  bei  Husten  reizmildernd  wirkt,  auch
bei  entzündlichen  Halskrankheiten.  Er  ist  schleimig.  Zu  viel  davon  verdirbt
den  Appetit,  der  so  wie  so  bei  Halskatarrhen  oft  recht  schlecht  ist.

Eichel.  An  der  Spitze  des  männlichen  Gliedes  befindet  sich  ein
Schwellkörper,  der  seiner  Form  wegen  „Eichel“  genannt  wird.  Die  Vorhaut
bedeckt  sie  schützend;  der  untere  Rand  der  Eichel  ist  zuweilen  der  Sitz  von
Entzündungen,  auch  bei  kleinen  Knaben,  was  die  Mütter  wissen  müssen.
Häufiger  ist  aber  noch  jene  an  der  Vorhant.  Nicht  entfernter  Talg  aus
Drüsen  der  Eichel  erregt  oft  Entzündung.

Eicheltripper  der  Männer  wird  durch  Ansteckung  erworben,  ist  sehr
schmerzhaft  und  versetzt  die  ganze  Eichel  in  Entzündung  und  Eiterung.
Männer,  die  daran  leiden,  dürfen  keinen  geschlechtlichen  Verkehr  ausüben,
denn  sie  übertragen  ihr  Leiden  sofort  auf  die  gesunde  Frau.  Es  ist  also
ein  moralisches  Unrecht,  das  sie  begehen  und  vor  dem  sich  die  aufgeklärte
  Frau  schützen  wird.

Eichelkaffee.  Die  Früchte,  die  Blätter  und  Rinde  der  Eiche  finden
Verwendung  zu  Heilzwecken.  Abkochungen  derselben  werden  zu  Bädern  und
Ausspritzungen  benützt  und  wirken  zusammenziehend  und  heilend.  Die  darin
enthaltene  Gerbsäure  ist  das  Wirksame.

Eichelkaffee  ist  seiner  herben  Eigenschaften  wegen  auch  bei
Durchfall  sehr  gut  und  kann  monatelang  getrunken  werden  (mit  Milch
und  Zucker).