Einpackung.  585

starke,  daß  Zuckungen,  Ohnmacht,  heftige  Anufregung,  Schüttelfrost  usw.  ausgelöst
  werden.  Man  nimmt  daher  von  23°%  C.  an  aufwärts  und  breitet  das
Tuch  immer  erst  im  letzten  Angenblick  aus,  um  eine  Auskühlung  zu  verhüten.
Bei  schwachen  Kranken,  die  das  Bett  nicht  verlassen  können,  schiebt  man  die
Tücher  unter,  indem  man  sie  zum  Teil  zusammenfaltet  und,  während  der
Kranke  etwas  gehoben  wird,  sie  rasch  unter  ihm  aufrollt.  (Siehe  Fig.  346.)

Die  Einübungen  gerade  von  solchen  Griffen  sind  in  der  Familie  von
größter  Wichtigkeit,  weil  die  Familie  durch  Geschicklichkeit  ersetzen  muß,  was
in  Anstalten  an  geschulter
  Bedienung

und  praktischen

Einrichtungen  vorhanden
  ist.  Prinzip
bleibe  es,  den
Kranken  so  wenig
als  möglich  zu  belästigen
  und  anzustrengen,
  alle  Arten
von  Bädern  und
Packungen  in  geschickter,
  leichter  Art
auszuführen,  ohne
den  Kranken  aufzuregen
  oder  großartige
  Vorbereitungen
  zu  machen.
Ein  zweites  Bett
zur  Ausführung  der  Einpackung  ist  wohl  für  die  Krankenpfleger  recht  bequem,
nicht  aber  für  den  armen  Kranken,  dem  oft  jede  Berührung  Schmerzen  verursacht
  und  der,  besonders  bei  ungeschicktem  Anfassen,  durch  das  Herüberund
  Hinübertragen  nur  Onalen  empfindet.

„Laßt  mich  doch  in  Ruhe!“  lautet  dann  meist  die  Bitte.  Oft  ist  aber
auch  ein  zweites  Bett  nicht  aufzutreiben.  Muß  man  ihn  dennoch  einpacken,
dann  ziehe  man  zuerst  unter  ihm  das  Bettuch  weg  (man  kann  es  auch  ausgebreitet
  lassen,  wenn  man  die  Matratzen  schonen  will,  und  ersetzt  es  nach
der  Packung  durch  ein  frischgewaschenes),  dann  zieht  man  dem  Kranken  vorsichtig
  das  Hemd  ab  und  läßt  ihn  zur  Behandlung  ohne  Hemd,  nur  mit
leichter  Decke  bedeckt.  Wenn  der  Wechsel  der  Tücher  öster  nötig  wird,  dann
schiebt  man,  wie  schon  gesagt,  die  Wolldecke  mit  dem  nassen  rohseidenen  Tuch  halb
zusammengerollt  unter  dem  Kranken  durch  und  wickelt  ihn  ganz  schnell.  Faltenbildung
  vermeide  man,  an  Füßen  und  am  Halse  stopfe  man  so  gut  unter,  daß
nirgends  Luft  eindringen  kann.  Man  kann  den  Kranken  dabei  zuerst  am

Fig.  345.
Dreiviertelpackung.  (Einschlagen  in  die  wollene  Decke.)