Embonpoint  —  Empyem.  595

Hilfe  ist  hier,  wenn  dies  einmal  eingetreten,  natürlich  keine  mehr,  wir
können  durch  naturgemäße  Lebensweise  nur  verhüten,  daß  dergleichen  überhaupt
  entsteht.

Embonpeint,  „Starkwerden“.  Fettansatz,  der  die  Schönheit  der
Gestalt  beeinträchtigt,  ohne  gerade  zur  Fettsucht  zu  führen  und  Folge
übermäßiger  Ernährung  und  körperlicher  Untätigkeit  ist,  wird  mit  diesem
französischen  Namen  bezeichnet.  Man  hört  manchen  verweichlichten  Menschen
darüber  klagen,  ohne  ihn  jedoch  eine  andere  Lebensweise  einschlagen  zu  sehen.
Und  doch  liegt  es  nur  daran!  Er  reformiere  seine  Küche  im  Sinne  unseres
Buches  (siehe  zweites  Kapitel  „Ernährung"),  esse  wenig  und  vernünftig,  leiste
täglich  Muskelarbeit,  und  er  wird  Muskelkraft  und  Körperschönheit  bewahren.
Wo  jedoch  Anlage  zu  krankhafter  Fettsucht  vorhanden  ist,  dort  muß  ärztliche
Hilfe  herangezogen  werden.  (Siehe  Tafel  Nr.  3  „Abnorme  und  normale
Körperform“.)

Embryo.  Das  im  Wachstum  begriffene  menschliche  Ei,  das  noch
nicht  deutliche  menschliche  Form  angenommen  hat,  wird  Embryo  genannt.
(Siehe  II.  Teil  „Das  Kind“.)  Fig.  165  bis  174.

Emphylsem.  Eine  Geschwulst,  die  durch  Eindringen  der  Luft  in
ein  Gewebe  entstanden  ist,  heißt  Emphysem.  In  der  Lunge  bedeutet  der
Zustand  eine  bleibende  Erweiterung  der  Lungenbläschen,  die  auf  die  Atmung
sehr  nachteilig  einwirkt.  Sie  wird  unter  Lungenkrankheiten  besprochen.
In  der  Haut  behandelt  man  die  Luftgeschwulst,  indem  man  sie  zu  verstreichen
sucht  durch  zarte  Massage,  oder  wenn  sie  zu  große  Beschwerden  macht,  indem
man  sie  einsticht  und  ausdrückt.  Oft  verschwindet  sie  aber  auch  von  selbst,
wenn  man  kräftige  Bewegung  macht,  sich  erhitzt  und  schwitzt.

Emppyem  bedeutet  Eiteransammlung  in  einer  Körperhöhle.  Sie  entsteht
  am  häufigsten  nach  Brustfellentzündung  zwischen  Lunge  und  Brustkorb,
ist  schmerzhaft  und  auch  nicht  ungefährlich.  Oft  bleiben  Verwachsungen  des
Brustfells  zurück,  die  dabei  entstehende  Behinderung  der  Atmungstätigkeit  wirkt
sehr  schwächend  auf  den  Kranken.  Tuberkulöse  Formen  sind  sehr  langwierig.

Behandlung.  Eine  milde  Wasserbehandlung,  gleich  bei  Beginn  der
Erkrankung  angewendet,  verbunden  mit  sorgfältiger  vegetarischer  Kost,  wird
der  Eiterbildung  in  den  meisten  Fällen  vorbeugen.  Verteilend  und  beruhigend
wirkende  Brust=  oder  Rumpfpackungen  von  etwa  25°%  C.  müssen  sogleich  angelegt
  werden,  sie  mildern  die  stechenden  Schmerzen  am  meisten.  Dazwischen
mache  man  je  nach  dem  Kräftezustand  Dampfpackungen  der  Waden,  bei  träger
Darmtätigkeit  wiederholt  kühle  Klystiere  und  gebe  nur  süße  Molken  oder
Mandelmilch,  reichlich  Zitronenwasser,  Apfelsinen,  Apfelmus,  Nährsalzlales,
Schleimsuppen,  bei  Durchfall  Eichelkaffee  mit  viel  Milch  und  dickere  Schleimsuppen.
  Da  die  Atmung  bei  Empyem  meist  sehr  flach  ist,  muß  die  Luft  im

Krankenzimmer  umso  besser  sein.  Man  lasse  also  stets  eine  Fensterspalte  offen.
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