608  Exkrete  —  Fallsucht.

Erxkrete  nennt  man  diejenigen  Stoffe,  die  aus  dem  Blute  abgesondert
werden  und  dem  Stoffwechsel  nicht  mehr  dienen,  wie  Kot  und  Harn.  Sekrete
dagegen  werden  aus  dem  Blute  gebildet  und  haben  die  Aufgabe,  verschiedene
Funktionen  des  Körpers  zu  unterstützen;  dazu  gehören  Galle  und  Schleim.

Exlspiration  heißt  Ausatmung,  im  Gegensatz  zu  Inspiration,
Einatmung.

Ersucat  ist  ein  Ansdruck  für  Ausschwitzung,  der  sehr  häufig  gebraucht
  wird.  In  einem  gesunden  Körper  von  gutem  Stoffwechsel  gibt  es
keine  Ergüsse,  keine  krankhaften  Ansammlungen.  Es  ist  daher  begreiflich,  daß
sie  unangenehme  Druckwirkungen  haben,  daß  sie  hemmen  und  auch  Schmerzen
bereiten.  Wo  aber  ein  kräftiges  Heilbestreben  vorhanden  ist,  da  werden  auch
größere  Exsudate  aufgesogen,  ohne  Kunsthilfe.  Im  allgemeinen  unterstützen
warme  Anwendungen  bei  magerer  Kost  und  Vermeidung  reichlicher
Flüssigkeitszufuhren  die  Aufsaugung.  Bei  Trägheit  der  Funktionen,  bei
Anämie  oder  allgemeiner  Schwäche  muß  leider  operative  Hilfe  gesucht  werden,
weil  die  Druckwirkungen  bei  großen  Exsudaten  oft  zu  umfangreiche  sind.  Sie
können  aus  Lymphflüssigkeit,  Schleim,  Eiter  oder  Blut  bestehen  und  sammeln.
sich  naturgemäß  zuerst  in  vorhandenen  Körperhöhlen.  Bei  weiterer  Ausdehnung
  schaffen  sie  sich  auch  zwischen  festeren  Geweben  Raum.  Bei  Infektionen
  nach  einer  Entbindung  oder  bei  unrichtiger  Behandlung  derselben
entstehen  sie  recht  häufig  im  Wochenbette  und  führen  mitunter  zu  monatelangem
  Krankenlager.  (Siehe  „Kindbettfieber".)

Sxzesse.  Darunter  versteht  man  Ausschweifungen,  übermäßigen  Genuß
im  Gebiete  der  Ernährung,  des  Geschlechtslebens,  des  Sportes,  worauf  stets
eine  Strafe  der  Natur  folgt.  Eine  Nacht  hindurch  tanzen  bis  zur  Erschöpfung
ist  ein  Exzeß,  bei  großen  Gastmählern  so  viel  zu  sich  nehmen,  daß  Magendruck,
  übelkeit,  Erbrechen  entsteht,  ist  ein  Exzeß,  dem  oft  harte  Strafe  folgt;
noch  gefährlicher  und  zerrüttender  ist  Unmäßigkeit  auf  geschlechtlichem  Gebiet.
In  vielen  solchen  Ehen  herrscht  solche  Unmäßigkeit.  Die  Folgen  davon  sind
nervöse  Männer  und  unterleibskranke  Frauen.  Zu  häufige  Reizungen  der
Geschlechtsorgane  haben  chronische  Entzündungskrankheiten,  Katarrhe  und
später  Unfruchtbarkeit  zur  Folge.  Man  lese  das  siebente  Kapitel  im  I.  Teil
über  das  „Geschlechtsleben“.  «

F.

Fackenwurm.  In  den  Tropen  kommt  ein  Wurm  vor,  der  sich  in
die  Haut  des  Menschen  bohrt  und  eiternde  Beulen  verursacht.  Mit  größter
Vorsicht  muß  dieser  Fadenwurm  ausgezogen  werden.

Fallsucht,  siehe  „Epilepsie".