614  Feuerbestattung  —  Fibrome.

Gesundheitszustand  bewirkt.  Und  dies  läßt  sich  immer  erreichen,  wo  Lebensfähigkeit
  noch  vorhanden  ist.

Aus  dem  angeführten  Beispiel  geht  hervor,  daß  strenge  oder  sehr  vorsichtige
  Kuren  nur  in  einem  Sanatorium  unter  sorgfältiger  ärztlicher  Leitung
systematisch  durchführbar  sind  und  daß  fettsüchtige  Patientinnen  sich  Zeit  dazu
nehmen  müssen.

Feuerbestattung.  Sie  ist  vor  allem  hygienischer  und  praktischer
als  die  Eingrabung  der  Leichen  in  die  Erde,  wo  ein  langsamer  Verwesungsprozeß
  vor  sich  geht.  Die  Liebe  zu  einer  Leiche  ist  nur  so  lange  vorhanden,
als  dieselbe  noch  unverändert,  dem  Lebenden  ähnlich  bleibt;  sowie  sich  die
grauenhaften  Zeichen  der  Verwesung  einstellen,  erregt  sie  Abschen,  Entsetzen,
und  unsere  Seele  flieht  zu  dem  Bilde  des  Verstorbenen:  von  der  Leiche  geht
dann  ein  Pesthauch  aus,  der  die  ganze  Umgebung  vergiftet.  Das  ist  der
rechte  Zeitpunkt  zur  Verbrennung!  Man  warte  nicht,  bis  der  unausbleibliche
Zerfall  eintritt;  man  behalte  das  ungetrübte  Bild  des  Verstorbenen  in  der
Seele  und  übergebe  die  Leiche  vor  der  Verwesung  dem  Feuer.

Fibrome.  Bindegewebsgeschwülste,  welche  langsam  wochsen,  oft  recht
derb  und  sehr  groß  werden,  nennt  man  Fibrome  oder  Fibroide.  Es  kommen
solche  an  der  äußeren  Haut  und  bei  Frauen  hauptsächlich  an  der  Gebärmutter
vor.  Das  Alter,  in  welchem  sie  auftreten,  ist  das  reifere,  nach  dem  erreichten
vierzigsten  Lebensjahr.  Was  die  direkte  Ursache  ihres  Wachstums  ist,  weiß
man  nicht;  die  indirekte  sind  Einflüsse,  die  sich  oft  ein  Jahrzehnt  gehäuft
haben  und  aus  einer  verkehrten  ungesunden  Lebensweise  herrühren.  Weil
gerade  Frauen  in  ihrer  zurückgezogenen  Lebensweise,  mit  Vorurteilen  und
körperlicher  Schwäche  ausgerüstet,  so  viele  Sünden  gegen  Natur  und  Vernunft
begehen,  so  kommt  es  auch,  daß  gerade  sie  so  viel  häufiger  an  schleichenden,
unheilbaren  Leiden  erkranken,  wozu  auch  die  Fibrome  der  Gebärmntter  gehören.
  Sie  entwickeln  sich  oft  zu  unglaublicher  Größe  und  verursachen
so  bedeutende  Beschwerden,  daß  nur  die  operative  Entfernung  zur  Erleichterung
der  Kranken  übrig  bleibt.  Zu  diesem  Zwecke  muß  der  Bauchschnitt  gemacht
und  die  Geschwulstmasse  herausgeschält  werden.  Oft  sind  jedoch  solche  Verwachsungen
  mit  den  benachbarten  Teilen  da,  daß  man  diese  Ausschälung  nicht
wagen  kann,  ohne  eine  innere  Verblutung  oder  Verletzung  innerer  Organe  zu
riskieren.  Dann  ist  es  schwierig,  das  Leben  der  Kranken  erträglich  zu  machen.

Die  Fibrome  erreichen  oft  Mannskopfgröße,  sitzen  entweder  fest  auf
oder  sind  gestielt  und  sehr  beweglich;  sie  werden  oft  jahrelang  nicht  entdeckt,
bis  endlich  allerlei  Beschwerden  die  Kranke  zum  Arzte  treiben,  der  dann  eine
Untersuchung  der  Beckenorgane  vornimmt  und  die  Geschwulst  findet.

Träger  Stuhlgang  oder  tagelange  Verstopfung,  Herzunruhe,  Kurzatmigkeit,
Kopfschmerz,  kalte  Füße,  bedrücktes  Gemüt,  das  sind  die  gewöhnlichsten  Begleiterscheinungen,
  zuweilen  auch  heftige  Blutungen,  die  wochenlang  andauern  und
schließlich  ernste  Blutarmut  zurücklassen.  Verhüten  können  wir  die  Ansammlung