622  Flecktyphus  —  Flußbad.

Auch  milde  Behandlung  mit  blauem  Licht  soll  in  gewissen  Fällen  gute  Er—
folge  gehabt  haben.

f  lecktyphus.  Dies  ist  eine  seuchenartige  Krankheit,  die  durch  verdorbene
  Nahrungsmittel,  ferner  durch  Entleerungsstoffe  und  verpestete  Räume
entstehen  kann.  Erbrechen,  Durchfall,  Husten,  hohes  Fieber,  Delirien,  masern—
ähnlicher  Ausschlag  sind  die  gewöhnlichsten  Erscheinungen.  Sie  ist  ansteckend
und  führt  bei  medikamentöser  Behandlung  oft  zum  Tode.  (Siehe  „Fieber“
und  „Typhus“.)

Fleischgift.  Das  „Fleisch“  ist  Muskelgewebe  der  Tiere  und  zeigt
je  nach  Lebensweise  derselben  kleine  Verschiedenheiten.  Je  nach  seiner  Derbheit
  ist  es  leichter  oder  schwerer  verdaulich,  und  wenn  es  von  nicht  ganz
gesunden  Tieren  stammt  oder  in  leichte  Fäulnis  getreten  ist,  wird  es  schädlich.
Durch  Rebhühner,  Krammetsvögel,  Fasanen,  Fische,  Würste  usw.  sind  schon
viele  Vergiftungen  vorgekommen,  da  sich  durch  gewisse  Nahrung  der
Tiere,  ferner  durch  eigentümliche  Behandlung  des  Fleisches  ein  bestimmtes
Gift  entwickelt,  das  oft  tödlich  wirkt.  Vorsicht  im  Genuß  von  Tierleichen
  ist  daher  sehr  anzuempfehlen.  Rohes  Fleisch  ist  gefährlich,  weil
es  oft  Trichinen  oder  Finnen  enthält,  die  durch  längeres  Kochen  unschädlich
gemacht  werden.

Fleischextrakt.  Der  Chemiker  Liebig  hat  einen  Auszug  aus
Muskelfleisch  hergestellt,  indem  er  Fleischbrühe  musdick  eindampfte.  Eine
Zeitlang  beherrschte  dieser  Extrakt  unsere  Küche  in  hohem  Grade,  bis  man
endlich  nachwies,  daß  sein  Nährwert  lange  nicht  so  bedentend  ist,  wie  man
zuerst  annahm.  Er  ist  fettfrei;  man  zählt  ihn  jetzt  zu  den  Reizmitteln  und
verwendet  ihn  mehr  als  Würze.

Fliecker.  Dieser  wird  auch  Holunder  genannt  und  kommt  als  Tee
und  Mus  zur  Verwendung.  Er  wirkt  schweiß=  und  harntreibend,  wird  also
bei  Rheumatismus  und  Wassersucht  gerne  gebraucht.

Fluß.  Man  spricht  von  einem  „Ohrenfluß“,  „Speichelfluß",  „Weißen
Fluß“  usw.  und  versteht  darunter  die  Ausscheidung  krankhafter  Absonderungen,
die  sich  durch  Flüssigkeitsgrad  und  die  Farbe  unterscheiden.  Eine  Krankheit
der  Schleimhäute  und  deren  Drüsen  ist  die  Ursache,  und  Schleim=  sowie
Eiterzellen  nebst  Gewebsflüssigkeiten  sind  der  Inhalt.  Unter  „Gebärmutterkatarrh“
  wird  der  „Weiße  Fluß“  besprochen,  der  leider  in  der  heutigen
Frauenwelt  eine  so  große  Rolle  spielt.

Flußbad.  Die  herrlichste  Badeform  ist  das  Flußbad  im  Freien.
Auf  grüner  Wiese  unter  blauem  Himmelszelt  den  Körper  in  den  schäumenden
Waldbach  zu  tauchen,  das  ist  ein  Hochgenuß.  Aber  man  hat  auch  manches
dabei  zu  beachten.  Niemals  bade  man  längere  Zeit,  wenn  das  Wasser  eine
Temperatur  unter  14°%  R.  hat,  —  niemals  gleich  nach  einer  Mahlzeit,  —
niemals  frierend  und  ebensowenig  in  erhitztem  oder  erregtem  Zustande,  —