Freude  —  Froschgeschwulst.  627

Freucke  (als  Heilmittel).  So  wie  Kummer  zu  Siechtum  führt,  Schreck
den  Tod  bringen  kann,  so  kann  Freude  und  Heiterkeit  Besserung  und  Heilung
bringen.  Weil  es  unter  dem  weiblichen  Geschlecht  so  häufig  an  gesunder
Energie  fehlt  und  die  „weiblichen  Trauerweiden“",  das  Klagen  und  Weinen
fast  als  zum  Geschlechtscharakter  gehörig  betrachtet  werden,  darum  erscheint
es  doppelt  nötig,  auf  die  Pflege  eines  gesunden  Gemütslebens  hinzuweisen.
Wenn  auch  Kummer  und  Sorge  drücken,  man  lasse  sich  nicht  entmutigen,
man  werde  deshalb  kein  „vergrämter“  Mensch;  denn  meistens  ist  da  Willensoder
  Körperschwäche  dahinter.  Es  gibt  Frauen,  denen  es  zur  Gewohnheit
geworden  ist,  über  alles  und  jedes  zu  jammern  („barmen“,  „lamentieren“),
ja,  die  sich  mit  ihrem  Unglück  und  ihrem  Schmerz  interessant  zu  machen
glauben.  Das  ist  würdelos,  kindisch,  krankhaft!  Man  forsche  nach,  ob  nicht
ein  Verdauungsleiden  (Leber),  ein  Gebärmutterleiden,  eine  Nervenkrankheit
die  letzte  Ursache  ist,  welche  über  das  ganze  Leben  einen  so  düsteren  Schein
wirft.  Man  spricht  ja  auch  von  einer  „Wollust  des  Schmerzes“.  Diese
bekämpfe  man,  und  die  chronische  Krankheit  behandle  man;  niemals  aber
pflege  man  die  schmerzlichen  Stimmungen.  Atemgymnastik,  Bergsteigen,
Regulierung  der  Verdanung  bringen  oft  einen  auffallenden  Wandel  in  der
Stimmung  hervor.  Eine  kluge  Krankenpflegerin  wird  humoristische  Erzählungen,
Zeichnungen,  Anekdoten  bereithalten  und  durch  gesundes  Lachen  oft  bedeutende
Besserung  erzielen.  Bei  großem  Seelenschmerz  und  krankhafter  Verstimmung
trachte  man  durch  Erfüllung  eines  Herzenswunsches,  den  unerwarteten  Besuch
  eines  fernen  geliebten  Menschen  usw.,  Freude  und  Stimmungswechsel
zu  erzeugen.  Freude  ist  das  beste  Heilmittel,  eine  Lachkur  eine  unersetzliche
  Arznei.

Friedrichsball.  Es  liefert  ein  in  Deutschland  sehr  gebräuchliches
Abführmittel,  ein  Wasser,  das  viel  Kochsalz  und  Bittersalz  enthält.  Es  macht
nicht  viel  Beschwerden  und  wirkt  nicht  heftig.  Nur  sehr  empfindliche  Personen
werden  sofort  Durchfall  davon  bekommen.  In  Fällen,  wo  mitunter  alles  versagt,
Klystiere  keine  Anwendung  finden  können,  dient  es  vorübergehend  recht  gut.  Vor
wiederholtem  oder  gar  gewohnheitsmäßigem  Gebrauch  sei  aber  doch  gewarnt.

Friesel.  Bei  fieberhaften  Krankheiten,  bei  anhaltenden  Schweißen,
nach  feuchten  Packungen  entsteht  auf  der  Haut  ein  roter,  punktartiger  Ausschlag,
  der  oft  ebenso  rasch  verschwindet,  wie  er  aufgetreten  ist.  Als  eine
besondere  Krankheit  kann  er  nicht  betrachtet  werden.

Verursacht  er  Brennen  oder  Jucken,  so  beseitige  man  zuerst  alle  reizenden
Hüllen,  wie  rauhe  Beinkleider,  Flanellbinden  und  ähnliches  und  öle  ihn  zuweilen
  mit  kühlendem  Mandelöl  ein.  Wenn  er  nach  Umschlägen  auftritt,  so
beweist  er  entweder  große  Reizbarkeit  der  Haut  oder  Überladung  der  Körpersäfte
  mit  krankhaften  Bestandteilen,  die  nach  der  Haut  drängen.

Froschgeschwalst.  Unter  der  Zunge  bildet  sich  eine  weiche  Geschwulst,
die  Flüssigkeit  enthält  und  wenn  sie  sich  vergrößert,  recht  beschwerlich  wird.

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