630  Früchte  —  Frühlingskuren.

Früchte.  Die  für  den  Menschen  genießbaren  sind  zahlreich.  (Siehe
zweites  Kapitel,  I.  Teil.)  Sie  enthalten  vor  allem  Zucker,  dann  Stärkemehl,
Pflanzensäuren,  aromatische  Stoffe,  Nährsalze,  Holzfaser,  mitunter  reichlich
Fett  und  oft  auch  etwas  Eiweiß.  Stellt  man  mehrere  Früchte  ergänzend
zusammen,  so  kann  der  Mensch  sich  damit  vollständig  ernähren.

Um  sie  zu  erhalten  und  Früchte  zu  allen  Jahreszeiten  genießen  zu
können,  dämpft  man  sie  in  festverschlossenen  Gläsern  ein,  kocht  sie  ein  in
Zucker,  trocknet  sie  in  Schnitten  bei  hohen  Temperaturgraden,  bereitet  Obstsäfte,
  Obstmus  und  Fruchtweine.

Ergänzende  Zusammenstellungen  sind  Mandeln  (Fett  und  Eiweiß),
Apfelsinen  (Fruchtsäuren,  aromatische  Stoffe,  Zucker),  Feigen  (Zucker,  Holzfasern
  usw.),  oder  Apfel,  Nüsse  und  Trauben,  um  eine  einheimische  Zusammenstellung
  zu  geben;  sie  enthält  auch  Fett,  Zucker,  Säuren,  Eiweiß.

Früchte  als  Heilmittel.  Quitten  werden  gegen  Blutspeien
empfohlen;  Tomaten  gegen  Leber=  und  Darmbeschwerden;  Wassermelone
und  Zitrone  gegen  Nierenleiden  und  Fieber;  Kirschenstengeltee  gegen
Husten;  Holunder=  und  Brombeersaft,  auch  Apfelsaft  als  beruhigendes
und  entzündungswidriges  Mittel.  Wenn  diese  Früchte,  je  nach  dem  vorliegenden
  Zustand,  auch  nicht  immer  bessern,  geschweige  sofort  heilen  können,
so  werden  sie  doch  auch  niemals  schaden  und  im  Verein  mit  richtig  angepaßten
  Nährmitteln  mitunter  recht  nützlich  wirken.

Fruchtwalsser.  Man  nennt  die  Flüssigkeit,  welche  den  Embryo  im
Fruchtsacke  umgibt,  „Fruchtwasser“.  (Siehe  Näheres  im  II.  Teil  „Das  Kind“.)

Frühgeburt.  Alle  vorzeitigen  Geburten,  die  nach  der  achtundzwanzigsten
Woche  erfolgen  (also  nach  dem  siebenten  Monatl)  nennt  man  Frühgeburten,
während  die  vorher  eintretenden  Fehlgeburten  heißen.  Die  Kinder  haben
im  Alter  von  sieben  Monaten  eine  wenigstens  nach  Wochen  dauernde  Lebensfähigkeit,
  werden  bei  guter  Pflege  und  kräftigen  Eltern  als  achtmonatliche
Früchte  auch  aufgezogen.  Immerhin  ist  das  „Nicht-Ausgetragensein“  eine
Gefahr  für  das  Kind;  denn  allgemeine  Schwäche,  besonders  aber  eigentümliche
Erscheinungen  im  Nervensystem,  werden  dabei  oft  beobachtet.  Darum  haben
wir  auch  für  die  sogenannten  Brutanstalten  nur  geteilte  Gefühle.

Verhaltungsmaßregeln  für  schwangere  Frauen  lese  man  im  II.  Teile
nach.  Künstliche  Frühgeburten  (solche,  die  man  einleitet)  sind  angezeigt  vor
allem,  wenn  es  Befreiung  der  Mutter  von  einem  gefährlichen  Zustande  gilt,
oder  wenn  das  Kind  wegen  erblicher  Belastung  (z.  B.  Vater  ein  Säufer  oder
Syphilitiker)  nicht  lebensberechtigt  erscheint.  Opferung  des  Kindes,  als  des
weniger  wertvollen  Teiles,  ist  dann  fraglos  berechtigt.

Frühlingskuren.  Im  Frühjahr,  wenn  die  Natur  wieder  erwacht,
wenn  alles  grünt  und  sproßt,  neues  Leben  und  Treiben  sich  entwickelt,  da
bleibt  auch  der  Mensch  nicht  frei  von  diesen  äußeren  Einflüssen.  Die  Sonne