Frühstück  —  Furunkel.  631

lockt  auch  bei  ihm  einen  frischeren  Stoffwechsel  hervor,  und  so  hat  man  mit  Recht  diese
Zeit  zu  einer  Säuberung  der  Körpermaschine  benutzt,  zu  „Frühlingskuren“.  Sie
bestehen  in  einer  gründlichen  Durchlüftung,  in  vermehrter  Sauerstoffaufnahme
durch  tägliche  Ausflüge  ins  Freie,  Ersteigen  naher  Höhen,  in  einigen  Heißluftbädern
  mit  Schweißerzeugung  und  in  diätetischen  Anwendungen.  Die  zarten
Kräuter,  die  auf  Wiesen  und  in  Wäldern  sprossen,  saftig  und  aromatisch  sind,  wirken
anregend  auf  Niere  und  Darm  und  sind  also  wohl  geeignet,  alte  Ansammlungen  fortzuschaffen
  und  dadurch  die  Körpersäfte  zu  reinigen.  Ihre  Wirkung  bleibt  aber
natürlich  aus,  wenn  man  gleichzeitig  schlechte  Gewohnheiten,  wie  Bier=  und
Kaffeetrinken,  übermäßigen  Fleischgenuß,  zu  reichliche  Nahrungsaufnahme  usw.
beibehält.  Es  gebietet  sich  also  von  selbst,  zuerst  mit  alten  Gewohnheiten
aufzuräumen,  wenn  man  von  einer  „Kräuterkur“  im  Frühjahr  (siehe
Kapitel  „Unsere  Heilkräuter“  am  Schlusse  des  Buches  und  Tafel  33)  Nutzen
haben  will.  Löwenzahn,  Brennessel,  Sauerampfer,  Kerbel,  Brunnenkresse,
  Fenchel  kann  sich  jeder  selbst  sammeln  oder  bei  Gemüsehändlern
bestellen.  Man  hackt  sie  in  rohem  Zustande,  würzt  sie  mit  etwas  Zitronensaft,
mischt  sie  nach  Geschmack  mit  feinem  Salatöl  und  streicht  sie  auf  Schwarzbrot,
das  man  2—3  Wochen  lang  morgens  nüchtern  als  erstes  Frühstück  genießt.  Auch
sie  geben  uns  Sonnenenergie.  Wer  darauf  durchfällig  wird,  soll  sie  nur  jeden
zweiten  Tag  genießen  und  dazwischen  morgens  dicke  Haferflockensuppe  nehmen.

Frühlstück.  Sehr  viele  Frauen,  besonders  ältere,  haben  die  Gewohnheit,
  das  Frühstück  so  schnell  als  möglich  nach  dem  Aufstehen  einzunehmen,
ohne  wirklichen  Hunger,  ohne  rege  Verdauung.  Sie  kennen  nur  den  Gewohnheitsappetit.
  Morgens  aber  ist  die  Verdauung  träge,  die  Kräfte
heben  sich  erst  gegen  Mittag,  und  ein  vorzeitiges  reichliches  Frühstück  beschwert,
hindert,  lähmt  den  Organismus.  Menschen  mit  Fettansatz,  mit  schwachem
Darm,  mit  mangelhaftem  Stoffwechsel  sollten  sich  daher  morgens  zuerst
Bewegung  machen,  reichlich  Sauerstoff  einatmen,  die  Hauttätigkeit  durch  ein
Bad  anregen  und  dann  etwa  zwei  Stunden  nach  dem  Aufstehen  an  ein
Frühstück  denken.  Viele  chronische  UÜbel  würden  durch  solches  Verhalten  gar
nicht  zustande  kommen,  und  mancher  Vormittag  würde  zur  Arbeit  besser
ausgenützt  werden,  wenn  der  Magen  leerer  wäre.  Vortrefflich  wirkt  ein  Frühstück
  aus  Früchten,  oder  Obstsaft  mit  Schrotbrot,  oder  Milch  mit  Schrotbrot.

Furunkel.  Unter  „Blutschwäre“  und  „Abszeß“  haben  wir  ihn  bereits
besprochen.  Kommt  er  einzeln  nach  einer  Kur  oder  nach  eingreifender  Veränderung
  der  Lebensweise  vor,  so  ist  er  als  ein  Zeichen  der  Selbsthilfe  und
eines  regeren  Stoffwechsels  zu  betrachten  und  mit  Genugtuung  zu  begrüßen.
Reinere  Körpersäfte  und  demgemäß  größeres  Wohlbefinden  sind  seine  Nachwirkung.
  Von  „Jurunkulose"“  spricht  man,  wenn  an  vielen  Stellen  kleine  und
große  Schwären  aufbrechen  und  Eiterfluß  sowie  entzündete  Knoten  monatelang
  andauern.  Dann  handelt  es  sich  um  eine  schwerere  Erkrankung,  die  im
Kindbett  oder  bei  Nebenerkrankungen  auch  tödlich  verlaufen  kann.  (Siehe