632  Fußbad  —  Füße,  kalte.

Tafel  24.)  Neben  der  Behandlung,  die  unter  „Abszeß“  angegeben  ist,  kann
bei  Furunkulose  noch  die  Henselsche  Salzkur  und  auch  Bierhefe  gegeben
werden.  Besonders  letztere  wirkt  manchmal  merkwürdig  gut.

Fußbach.  Es  ist  das  einfachste  und  am  häufigsten  benützte  Bad;
dennoch  muß  es  je  nach  seiner  Veranlassung  verschieden  gehandhabt  werden.
Gereinigt  wird  der  Fuß  am  gründlichsten  mit  warmem  Wasser  und  Seife;
um  ihn  rasch  zu  erwärmen,  steckt  man  ihn  am  besten  in  heißes  Wasser,
durch  das  die  Hautgefäße  erweitert  werden;  um  seine  Zirkulation  anzuregen,
gibt  man  kalte  Güsse  oder  kalte  Frottierung,  wohl  auch  nach  einem  Dampfbad.
Je  mehr  Blut  wir  durch  den  Reiz  des  Wassers,  der  Kälte  oder  hohen  Wärme
nach  den  Füßen  ziehen,  desto  mehr  leiten  wir  Blut  von  den  inneren  Organen
ab.  Darum  ist  das  Fußbad  bei  Blutwallungen  nach  dem  Kopfe,  bei  Herzerregung,
bei  Leberschwellung  usw.  so  sehr  beliebt.  Das  „Wassertreten“  im  kalten
flachen  Wasser  hat  manchem  den  Kopfschmerz  genommen,  nachdem  Pillen  und
Pulver  längst  versagten.  Man  lese  „Pflege  des  Fußes“  und  betrachte  unsere
Abbildung  des  Fußdampfbades.  (Siehe  Fig.  265  und  Fig.  327.)

Fühße,  geschwollene.  Die  Ursache  der  Schwellungen  an  den  Beinen
kann  sein:  Herzkrankheit,  Nierenleiden,  Krampfadern,  Geschwüre,  Gelenksentzündungen,
  Lymphstauungen  usw.  Ihre  Ursache  ist  stets  erst  festzustellen.
Verdicken  sich  die  Beine  bei  schweren  Personen,  bei  Stauungszuständen  im
Becken,  bei  Gelenksschwäche  u.  a.,  dann  wirken  Streichmassage,  feuchte  Packungen,
kalte  Kniegüsse  sehr  gut.  Immer  aber  behandle  man  gleichzeitig  den  ganzen
Körper,  damit  durch  allgemeine  Kräftigung  auch  die  krankhaften  Erscheinungen
an  den  Beinen  sich  vermindern.

Hochlagerung  der  Beine,  oder  wenigstens  horizontale  Lage  bei  sitzender
Stellung  ist  oft  in  hartnäckigen  Fällen  notwendig.  Beseitigung  vorhandener
Stuhlverstopfung,  Junogürtel  bei  Hängebauch,  vorsichtige  Entfettungskur  bei
Fettleibigen  werden  manche  Schwellung  beseitigen.  Arztliche  Beratung  versäume
  man  übrigens  niemals.

Füße,  kalte.  Was  bedeuten  kalte  Füße?  Mangelhafte  Blutversorgung,
  also  schlechte  Ernährung  aller  Gewebe  des  Fußes,  Zurückhaltung
des  Blutes  in  höhergelegenen  Organen,  Hemmung  des  Stoffwechsels  in  den  unteren
Gliedmaßen.  Gesunde  Menschen  empfiuden  die  kalten  Füße  sehr  unangenehm,
kranke  mit  abgestumpftem  Empfindungsvermögen,  unvollkommenem  Stoffwechsel
merken  oft  nichts  davon,  obwohl  sie  bis  zu  den  Waden  hinauf  eisig  kalt  sind.  In
kalten  Füßen  leisten  die  Frauen  Großartiges!  Aber  weder  in  der  Familie  noch
seitens  der  Arzte  wird  diesem  Zustande  genügende  Aufmerksamkeit  geschenkt,  und
doch  leitet  er  oft  gefährliche  Krankheiten  ein.  Kein  Myom  könnte  sich  in  der
Gebärmutter  entwickeln,  wenn  nicht  langjährige  Stauungen  im  Becken  vorangingen,
  wenn  die  Blutverteilung  nicht  eine  ungleiche  wäre,  und  zwar  indem  sich
Ansammlungen  hier,  Verarmung  an  Blut  dort  entwickeln.  Und  so  fehlen  bei
vielen  Frauenleiden  auch  selten  die  kalten  Füße  (ebensowenig  wie  Stuhlverstopfung).