Füße,  offene  —  Fußschweiß.  633

Wiederholt  kommen  Patientinnen  in  die  ärztlichen  Sprechstunden,  die
über  allerlei  Leiden  klagen  und  nur  gelegentlich  auf  direkte  Anfrage  hin
erwähnen,  daß  sie  eigentlich  seit  ihrer  Kindheit  schon  an  kalten  Händen  und
Füßen  leiden,  was  aber  nie  beachtet  worden  sei.  Sie  seien  auch  früher  immer
gesund  gewesen,  nun  erst  ändere  sich  alles.  Das  ist  natürlich  ein  Irrtum;  denn  die
Anderung  hatte  sich  schon  lange  vorbereitet;  die  richtige  Beurteilung  des  Zustandes
  war  aber  nicht  vorhanden,  und  so  wurde  auch  nichts  dagegen  getan.

In  anderen  Fällen  sind  die  kalten  Füße  Folge,  nicht  Ursache  eines
sich  schnell  entwickelnden  Leidens.  Dies  ist  bei  Entzündungen,  bei  nervösen
Störungen,  bei  Krankheiten  der  Gefäße  usw.  der  Fall.

Behandlung.  Feststellung  der  Ursache  ist  auch  hier  erste  Aufgabe,
und  wo  es  an  Lebensreizen  fehlt,  an  Eigenwärme,  an  Muskelbewegung,
oder  wo  träger  Blutlauf  die  natürliche  Wirkung  ist,  dort  wird  die  Behandlung
in  Verordnungen  bestehen,  welche  neue  Lebenswärme,  frischeren  Stoffwechsel
bringen.  Man  läßt  also  Personen  mit  kalten  Füßen  bergsteigen  oder  täglich
in  gut  gelüftetem  Zimmer  Gynnastik  treiben  (Kniebeugen,  Rumpfbeugen,
Koflersche  Atemübungen,  Stabübungen),  auch  Radfahren  usw.;  Eislaufen  ist
auch  für  ältere  Personen  zu  empfehlen.  Mindestens  vier  Wochen  Koflersche
Atemgymnastik  ist  für  Geschwächte  das  herrlichste  Mittel,  um  Arme  und
Beine  dauernd  zu  erwärmen  und  Herz=  und  Lungentätigkeit  mächtig  anzuregen.
Nebenbei  sind  warme,  aber  durchlässige  Schuhe,  also  nicht  von  Leder,  sondern
aus  weichem  Tuch  oder  Trikot  für  den  Winter,  Sandalen,  leichte  Stoffschuhe
im  Sommer,  unentbehrlich,  da  die  Erkaltung  der  Füße  bei  Blutarmen  durch
schlechte  Schuhe  sehr  vermehrt  wird.  Heiße  Fußbäder  40%  C.,  fünf  Minuten
mit  kalter  übergießung,  Frottierung  mit  warmen  Händen,  Beinpackungen  mit
Wärmekruken,  Fußdämpfe,  Massage  der  Beine  sind  ferner  vortreffliche  Mittel,
Zirkulation  und  damit  Erwärmung  herzustellen.  Stets  aber  muß  Untersuchung
der  Beckenorgane,  Behandlung  etwaiger  Darmträgheit,  die  selten  bei  chronisch
kalten  Füßen  fehlt,  Hand  in  Hand  damit  gehen.

Füße,  offene.  (Siehe  „Adererweiterung“  und  „Krampfadern“.)

Futzgeburt.  Kommt  bei  der  Geburt  eines  Kindes  statt  des  Kopfes
ein  Fuß  zuerst  zum  Vorschein,  so  hat  man  eine  „Fußgeburt“.  (Siehe  II.  Teil.)

Fuhßschweiß.  Wie  wir  schon  im  I.  Teil  über  Bekleidung  und  Fußpflege
  ausgeführt  haben,  gehört  der  Fußschweiß  zu  den  lästigsten  Ubeln  und
entsteht  nicht  nur  durch  ungesunde  Bekleidung,  sondern  auch  bei  Krankheiten
des  Stoffwechsels.  Personen,  die  lange  daran  leiden,  haben  meistens  eine
fahle  Gesichtsfarbe,  sind  mitunter  auch  sehr  reizbare  Menschen.  Stets  betrachte
man  den  Fußschweiß  als  häßliche  Krankheit,  die  energisch  bekämpft  zu  werden
verdient.  Auch  bei  Kindern  tritt  er  schon  auf.

Behandlung.  Anderung  der  Fußbekleidung  ist  die  erste  Aufgabe,
und  zwar  Beseitigung  des  undurchlässigen  und  kalten  Leders.  Weiche  und
vor  allem  durchlässige  Stoffe  führen  sehr  bald  Besserung  herbei.  Dann