634  Fußverrenkung  —  Galle.

hat  man  für  gute  Zirkulation  zu  sorgen,  die  man  durch  Bäder,  Güsse  und
Massage  erzielt,  und  im  Sommer  gehe  man  täglich  einige  Stunden  auf  Wiesen
und  im  Sande  barfuß  und  trage  nur  weite  Sandalen.  Lockere  Strümpfe  müssen
täglich  gewechselt  werden,  im  Winter  mache  man  in  warmer  Stube  Luftbäder.

Dem  täglichen  abendlichen  Fußbade  von  28°  C.,  fünf  Minuten,  folge  stets
eine  kalte  übergießung  von  16°  C.;  aber  auch  Allgemeinbehandlung  ist  notwendig.
Halbbäder  und  wöchentlich  ein  Heißluftbad,  durch  welche  die  Haut
des  ganzen  Körpers  gereinigt  wird,  schaffen  bald  eine  andere  Bluttätigkeit.
Nicht  zu  vergessen  ist  die  Diät  bei  schlecht  aussehenden  Fußkranken.  Weder
Bier,  Wein,  Kaffee,  Essig,  noch  Käse,  gewürztes  Fleisch  (Wurst,  Schinken)
dürfen  sie  genießen,  wohl  aber  Milch,  Früchte,  Gemüse  und  nur  sehr  wenig
weißes  Fleisch.  Was  alle  „Schweißpulver“,  Pflaster,  innere  Arzneien  und
täglich  dreimaliger  Wechsel  der  Strümpfe  nicht  bewirken,  hat  die  Allgemeinbehandlung
  und  die  Anderung  des  Schuhwerkes  oft  in  acht  Tagen  schon  erreicht.

Fußwerrenkung.  Ohne  anatomische  Kenntnisse  lasse  man  sich  in
„Einrenkungen“  nicht  ein.  Jedes  ungeschickte  Anfassen  ist  sehr  schmerzhaft;
dagegen  kann  man  durch  gute  Lagerung,  durch  kalte  Umschläge  Linderung
bringen,  bis  der  Arzt  kommt.  Unfähigkeit  aufzutreten  und  vorstehende  Hautstellen
  sind  die  ersten  Zeichen  der  Verrenkung.  Bei  hochgradiger  Verrenkung.
findet  auch  eine  Verdrehung  des  ganzen  Fußes  oder  der  Hand  statt.

G.

Gähnen.  Bei  Ermüdung  und  Schlafbedürfnis  ist  es  eine  natürliche.
Außerung,  die  nicht  unangenehm  ist.  Es  besteht  in  einer  verlängerten  Einatmung
  und  stoßweisen  Ausatmung  und  ist  wohl  auf  ein  gestörtes  Gleichgewicht
in  der  Blutzusammensetzung  zurückzuführen,  vielleicht  auf  einen  gewissen  Sauerstoffhunger
  der  Blutzellen.  Es  gibt  aber  auch  ein  nervöses  Gähnen,  durch
Gehirnreiz  entstanden,  das  bei  verschiedenen  Anlässen  ausgelöst  wird,  auch
vor  Ohnmachten,  vor  Beginn  eines  Fiebers  usw.  beginnt.

Kräftige  Atemgymnastik  in  frischer  Luft,  Muskelbewegung,
allgemeine  Erwärmung  beseitigen  durch  Anregung  des  Stoffwechsels  den
Sauerstoffhunger  und  damit  auch  das  Gähnen.  Bei  wirklicher  Ermüdung
aber  gebe  man  nach  und  lege  sich.

Galle.  In  den  sogenannten  Gallengängen  der  Leber  wird  eine
grünlich-gelbe,  bittere  Flüssigkeit  erzeugt,  die  sich  in  den  Zwölffingerdarm
ergießt  und  auf  den  Darminhalt  sowohl  verdauend  wie  desinfizierend  einwirkt.
Der  Farbstoff  der  Galle  gibt  dem  Darm'ikot  die  bräunliche  Färbung.  Darum
wird  der  Stuhlgang  bei  Gallenstauung  oder  verminderter  Gallenerzeugung
hell,  gelb  und  grau.  Die  ununterbrochen  sich  bildende  Galle  sammelt  sich
in  der  Gallenblase;  Erweiterung  oder  Verstopfung  dieser  verursachen  daher-