Gastrizismus.  637

selbst  sagen,  der  das  Treiben  der  Abendgäste  daselbst  in  qualmender  Luft,  die
durch  Tabak  und  häßliche  Ausdünstungen  verpestet  ist,  bei  Bier=  und  Weingenuß,
  nüchtern  beobachtet.  Erwägt  man  noch  das  sehr  oft  ungenügende
Reinigen  der  Eßgeräte  und  die  Verfälschung  der  alkoholhaltigen  Getränke,
dann  möchte  man  es  nicht  glauben,  daß  es  so  viele  Männer  gibt,  die  tagtäglich
ihre  zwei,  drei,  vier  und  mehr  Stunden  in  solchen  Räumen  verbringen.
Nicht  nur  Zurückhaltung  der  Männer  im  häuslichen  Kreise,  auch  Reform
der  Gasthäuser  wird  hier
Besserung  schaffen.  Die
Wirte  aber  werden  sie
nicht  einführen,  —  das
Publikum  muß  sie  verlangen!
  Sie  beginne
erstens  mit  besserer  Ventilation,
  damit  niemand
  durch  den  Tabakrauch
  seines  Nachbars
belästigt  werde,  zweitens
mit  Abschaffung  des
Trinkzwanges,  indem
für  Benützung  des  Lokals
von  solchen,  die  nichts
genießen  wollen,  bestimmte
  Abgaben  gefordert
  werden;  drittens

mit  Einführung  alkoholfreier
  Getränke  zu
mäßigen  Preisen.  Dies
würde  andere  Verhältnisse
  schaffen!  So  viele
Frauen  hassen  das  Gasthausleben,
  so  viele  Frauen
sind  unglücklich  geworden

Fig.  368.  Sagittalschnitt  durch  das  Becken  einer  gefrorenen
weiblichen  Leiche.  1  Kreuzbein.  2  Steißbein.  3  Schambeinfuge.
  4  Außerer  Schließmuskel  des  Afters.  5  Gegend
einer  Muskelverstärkung,  welche  dritter  Schließmuskel  genaunt
  wird.  6  Übergang  des  römischen  S  in  den  Mastdarm.
  7  After-  8  Gebärmuttergrund.  9  Gebärmutterhals.
10  Hintere  Multermundslippe.  11  Vordere  Muttermundslippe.
  12  Scheide.  13  Scheideneingang.  14  Kleine  Schamlippe.
  15  Große  Schamlippe.  16  Kitzler.  17  Harmblase.
18  Harnröhre.

durch  dasselbe.  Wohlan!  Mbchten  sie  durch  ihren  Einfluß  mitarbeiten,  damit
die  schon  in  Aussicht  genommenen  Reformen  früher  zustande  kommen  und
ihre  fernen  Söhne  und  Verwandten,  welchen  das  Familienleben  so  oft  fehlt,
durch  so  verderbliche  Einrichtungen  nicht  allzusehr  zu  leiden  haben.

Gastrizismus,  verdorbener  Magen.  Durch  zu  reichliche  Nahrungsaufnahme
  oder  Genuß  verdorbener  oder  schädlicher  Speisen  kann  ein  heftiger
Zustand,  mit  Kopfschmerz,  Ubelkeiten  und  Erbrechen  verbunden,  entstehen,  der
uns  vorübergehend  wirklich  krank  zu  machen  vermag.  Dennoch  ist  er  wohltätig,

  da  er  einen  Akt  der  Selbsthilfe  darstellt.

Sind  wir  überzeugt,  daß