658  Geruchbindende  Mittel  —  Geschlechtsleben.

zur  Kräftigung  erschlaffter  Gewebe  und  zur  Stillung  von  Blutungen  an.  Sie
ist  zu  Bädern  (Eichenrinden)  und  Ausspülungen  verwendbar.

Geruchbindencke  Mittel.  Das  sind:  Chlorkalk,  übermangansaures
Kalium,  Lindenkohle.  Auch  mit  Essig  getränkte  Musselinläppchen  und  andere
aufsaugende  Stoffe,  die  man  oft  wechselt,  genügen  bei  mäßigen  Gerüchen.

Gerüche.  Das  weibliche  Geschlecht  liebt  starke  Gerüche,  erregbare,
hysterische  Frauen  sogar  oft  im  übermaß.  Da  dieselben  im  allgemeinen  aufregend
  einwirken  und  einen  eigentümlichen  Reizzustand  hinterlassen,  so  sei  hiermit
vor  ihnen  gewarnt.  Um  den  Schlaf  nicht  zu  stören,  lasse  man  starkriechende
Blumen  niemals  im  Schlafzimmer,  und  um  empfindliche  Nerven  nicht  noch
mehr  zu  erregen,  benütze  man  auch  nur  ganz  zarte  Gerüche  als  Parfüms.

Über  die  Gerüche,  die  gesunde  und  kranke  Menschen  ausströmen,  wäre
vieles  zu  sagen.  Eine  gesunde,  gut  entwickelte  Nase  gibt  uns  die  besten  Aufschlüsse.
  Als  Richtschnur  diene  uns,  daß  gesunde  Menschen  nur  angenehme
Ausdünstungen  haben,  sobald  sie  abgestoßene  Ausscheidungen  ihres  Körpers
nicht  künstlich  in  ihren  Kleidern  an  sich  festhalten,  oder  zu  wenig  baden,
oder  —  nicht  nach  Tabak,  Alkohol  und  Fleisch  riechen.  Es  gibt  Menschen,
an  deren  Harn  man  verzehrte  Fische  riechen  kann,  deren  Schweiß  abscheulich
nach  Alkohol  riecht,  deren  Hauch  aus  dem  Munde  alle  Sünden  verrät,  die
tagtäglich  gegen  die  Gebote  der  Natur  begangen  wurden.  Heiße  Fieberkranke
haben  gewöhnlich  einen  starken  Eigengeruch,  eine  Selbsttätigkeit  des  gestörten
Organismus,  die  niemals  unterdrückt  werden  darf.  Der  Achselschweiß
nervöser  Menschen  ändert  häufig  seinen  Geruch,  ebenso  veränderlich  ist  der
Genitalgeruch  bei  Männern  und  Frauen.

Man  übe  an  sich  selbst,  feine  Verschiedenheiten  zu  erkennen  und  wird
später  die  gesammelte  Erkenntnis  für  andere  verwerten  können.  Wer  aber
an  stumpfem  Geruchssinn  leidet,  der  bemühe  sich,  die  Nasenschleimhaut  und
den  Geruchsnerv  zu  kräftigen,  indem  er  täglich  zwei  Nasenbäder  von  22°  C.
fünf  Minuten  nimmt  und  dabei  auch  Wasser  hinaufzieht,  dann  massiere  er  sich
die  Nase  täglich  einige  Minuten  lang  und  bemühe  sich  täglich,  die  Gerüche
im  Freien  zu  erkennen.  Wer  nicht  durch  „Ausbrennen“  Verletzungen  davongetragen
  hat,  wird  bald  Fortschritte  bemerken.

Geschlechtsleben.  Die  weiblichen  Geschlechtsorgane  sind  im  ersten
Kapitel  beschrieben,  das  Geschlechtsleben  im  siebenten  Kapitel  des  I.  Teiles.
Seine  normale  Beschaffenheit  ist  ein  Zeichen  echter  Gesundheit  und  eine  Quelle
neuer  Kraft.  In  unserer  Zeit  ist  es  häufig  bei  Mann  und  Weib  verschoben
und  bei  Kindern  krankhaft  verfrüht.  Daher  die  früh  verblühten  jungen
Menschen  und  die  zahlreichen  Geschlechtskrankheiten.  Wir  machen  auf  die
Gefahren  eines  zu  regen  Geschlechtslebens  aufmerksam  und  fordern  alle
denkenden  Frauen  auf,  sich  und  ihre  Kinder  zu  schützen,  indem  sie  zuerst
sich  selbst  aufklären  und  dann  ihr  Leben  hygienisch  einrichten.  Wer  in
bezug  auf  Ernährung  und  Körperbewegung  einfach  und  vernünftig  lebt,  wird