660  Gesichtsrose  —  Gewächse.

Gelichtsrole,  siehe  „Rotlauf“  unter  Buchstabe  R.

Gelundbeitspflege.  (Siehe  I.  Teil  unseres  Buches,  von  dem  kein
Kapitel  überschlagen  werden  darf,  wenn  der  III.  Teil  vollen  Nutzen  bringen  soll.)
Unter  „Gesundheit“  versteht  man  volle  Harmonie  aller  Lebensäußerungen,  fehlerlose
  Beschaffenheit  aller  Organe  des  Körpers,  und  die  Gesundheitspflege
besteht  darin,  alles,  was  diese  Harmonie  zu  stören  vermag,  was  den  Organen
des  Körpers  schädlich  werden  könnte,  zu  vermeiden  und  zu  beseitigen.  Das  sind
Schmutz  an  der  Haut  des  Körpers,  Untätigkeit  der  Muskeln  und  Lungen,
unsaubere  Luft  der  Wohnräume,  drückende,  erhitzende  Kleidung,  lÜberfüllung
des  Verdauungsschlauches  durch  überreiche  Nahrung,  Genuß  schädlicher  Stoffe,
wie  Alkohol  usw.  Darüber  klären  die  ersten  Kapitel  unseres  Buches  auf.

Getränke.  Wenn  der  Arzt  Wein  und  Bier  zu  genießen  verbietet,
so  hört  man  wohl  sehr  oft  die  Frage:  „Ja,  was  soll  ich  dann  aber
trinken?!“  Unsere  Antwort  lautet:

Trinken  sollen  wir  nur  bei  wirklichem  Durst;  einen  krankhaften  Durst,
der  nur  durch  falsche  Diät  entstanden  ist,  sollen  wir  beseitigen,  denn  er
verleitet  uns,  neue  Krankheitsursachen  in  unserem  Körper  anzusammeln.
Durststillend  wirken  auch  flüssige  Nährstoffe,  die  beim  Fasten  oder  bei
krankhaften  Zuständen  mitunter  sehr  angenehm  sind.  Dazu  gehören:

Milch,  Kornkaffee,  Kakao,  Apfel=  und  Kräutertee,  Kefir,  Buttermilch,  süße
und  saure  Molken,  Eichelkaffee,  Brotwasser  (auf  geröstetes  gutes  Brot  wird
kochendes  Wasser  gegossen  und  nach  Belieben  Zucker  und  Zitronensaft  zugesetzt),
Eiweißwasser  (das  Eiweiß  eines  Eies  wird  mit  einem  viertel  oder  einem  halben
Liter  abgekochten  Wasser  verquirlt),  Schrotmehltrank  (man  kocht  einen  bis  zwei
Löffel  Schrotmehl  in  einem  viertel  Liter  Wasser  und  setzt  Zitronensaft  oder  Rahm,
auch  ein  Ei,  zu),  Frühjahrskräutersaft  (Löwenzahn,  Brennessel,  Spitzwegerich,
Lungenkraut,  etwas  Sauerampfer  werden  ausgepreßt  und  nüchtern  bei  Darm-,
Leber=  und  Hautkrankheiten  gegeben,  nach  Dr.  Walser),  Honigwasser,  ungegorener
  Traubenwein,  Kirschen-,  Erdbeer-,  Himbeer-,  Johannisbeersaft,
Mandelmilch,  Reiswasser  (100  Gramm  Reis  werden  in  einem  Liter  Wasser
abgekocht,  durchgeseiht  und  beliebig  mit  Zucker  und  Zitronensaft  verbessert),
Obstschalentee  (man  kocht  Apfel=  und  Birnenschalen  mit  etwas  Zimmet  auf,  versüßt
sie  und  reicht  sie  warm),  Sauerkrautsaft  gegen  Verstopfung,  Pflaumenbrühe,
gleichfalls  gegen  Stuhlträgheit,  Milchwasser  (in  Zuckerwasser  gibt  man  etwas
rohe  Vollmilch,  für  Schwerkranke  oft  sehr  verwendbar),  Zitronen=  oder
Orangenlimonade  (aus  Wasser,  Zucker  und  den  Fruchtscheiben  frischer  Früchte
bestehend),  endlich  „Abstinenten-Champagner“  (Selterswasser  mit  Himbeersaft);
man  wähle  je  nach  dem  vorliegenden  Fall,  stelle  den  Genuß  des  frischen
unvermischten  Quellwassers  aber  stets  voran!

Gewächse.  Wir  wollen  hierbei  nur  Warzen,  Muttermäler
und  ähnliches  im  Auge  haben,  die  bei  Frauen  recht  häufig  sind.  Statt  zu
ätzen  und  zu  schneiden  hat  man  die  Brennglasbehandlung  (siehe  Fig.  375)