Guttempler  —  Halbbad.  665

was  incht  immer  wünschenswert  erscheint,  doch  werden  sie  mit  einer  Temperatur
von  370  in  einem  späteren  Stadium  der  Erkrankung  zuweilen  recht  wohltätig
empfunden.  Reibende,  drückende  Kleidungsstücke  sind  ganz  zu  vermeiden  und
bei  Fieber  und  üblem  Befinden  bleibe  man  ruhig  im  Bette.

Guttempler.  Ein  Orden,  aus  Amerika  nach  Deutschland  gekommen,
der  sich  die  Rettung  Trunksüchtiger  und  die  Bekämpfung  der  Trinksitten  zur
Aufgabe  gesetzt  und  unendlich  segensreich  gewirkt  hat,  heißt  Guttempler—
orden.  Er  hat  geheime  Sitzungen  und  gewährt  Frauen  und  Männern
gleiche  Rechte.  Seine  Ausbreitung  nimmt  gewaltig  zu,  und  die  Früchte
seines  Wirkens  werden  im  öffentlichen  Leben  indirekt  immer  fühlbarer.
Man  lese  über  „Abstinenz“  nach  und  über  „Getränke“  im  zweiten  Kapitel
des  I.  Teiles.

Gymnastik.  Das  fünfte  Kapitel  des  I.  Teiles  behandelt  diesen
Gegenstand  näher.  Unter  „Heilgymnastik“  bringen  wir  Abbildungen  mit
Erklärungen.  Unsere  gymnastischen  Tafeln  geben  Anleitung  zu  einfachen
Übungen  für  gesunde  Frauen  und  machen  uns  mit  besonderen  Muskelleistungen
  vertraut.

H.

Paare.  Siehe  über  „Haarpflege“  im  sechsten  Kapitel  des  I.  Teiles.
Eine  Abbildung  des  Haares  findet  sich  auf  Fig.  15,  die  „Haut“.

BHalbbad.  Fig.  376  zeigt  uns  ein  halbes  Vollbad,  das  daher  „Halbbad“
genannt  wird.  Dadurch,  daß  man  den  Oberkörper  frei  läßt,  verhütet  man
Druck  des  Wassers  auf  Herz  und  Lunge,  der  von  Personen  mit  Krankheiten
in  denselben  oder  mit  Gefäßerkrankungen  und  nervöser  Erregung  nicht  gut
ertragen  wird.  Läßt  man  nur  den  Unterkörper  im  Wasser,  begießt  und  reibt
man  den  Oberkörper  mit  warmen  Händen,  so  hat  man  auch  für  empfindliche
Kranke  eine  vortreffliche  Anwendungsform.  Läßt  man  letztere  in  etwa  blutwarmes
  Wasser  einsteigen  (28  R.  oder  35°%  C.),  so  daß  stärkere  Nervenreize  vermieden
  werden,  und  läuft  kaltes  Wasser  allmählich  unter  beständigem  Frottieren
zu,  so  erfolgt  eine  langsame  Abkühlung,  die  gut  ertragen  wird  und  bis
26°  oder  22°  C.  ausgedehnt  werden  kann.  Drei  bis  vier  Minuten  dauere
das  Bad,  länger  nicht,  daun  folge  entweder  kräftiges  Trockenreiben  und
körperliche  Bewegung,  oder  je  nach  Umständen  Bettwärme  und  Ruhe.  Will
man  stärker  wirken  oder  vom  Becken  ableiten,  dann  läßt  man  kein  kaltes
Wasser  zulaufen,  sondern  gibt  einen  um  acht  bis  zehn  Grad  kühleren
Rückenguß,  während  der  Unterkörper  im  warmen  Wasser  bleibt.  Beide
Anwendungsformen  sind  in  ihrer  Wirkung  ausgezeichnet.