Hängebauch  —  Hauteln.  669

tätigkeit  (Ableitung  von  den  Schweißdrüsen  der  Achselhöhlen,  Hände  usw.),
Willensstärkung  und  eine  besser  angepaßte  Ernährung  die  erste  Aufgabe.  In
zweiter  Linie  werden  Handbäder  mit  Eichenrindenabkochung,  Essigabwaschungen
des  ganzen  Körpers,  Einstreunungen  mit  Lenicet-Schweiß-Puder,  nächtliche
kühle  Packungen  der  Hände  Besserung  bringen.  Auch  allgemeine  Massage,
maßvolle  Bergtouren,  Wechsel  der  Beschäftigung  (Bureaudienst),  Vermeidung
von  Gemütsaufregungen  werden  die  lästigen  Schweißabsonderungen  vermindern.
  Bei  mageren,  blutarmen  Nervenschwachen  empfehlen  wir  noch
insbesondere  zur  Nervenstärkung  den  Verbrauch  von  etwa  8  Flaschen  Hämostogen
  von  Löffler,  das  sich  vielfach  bewährte.

Hängebauch.  Ist  beim  weiblichen  Geschlecht  infolge  Fettsucht,  allgemeiner
  Erschlaffung  oder  nach  zahlreichen  Geburten  sehr  häufig  anzutreffen.
Auch  bei  Beckenenge  entwickelt  er  sich,  so  daß  die  schwangere  Gebärmutter
fast  in  die  herabhängenden
  Bauchfalten  hineinhängt.


Behandlung.  Durch
allgemein  kräftigende  und  —..  »
Anwendungen  läßt  er  WM  77NN  22  —
sich  bedeutend  vermin-  «
dern  (siehe  Tafel  Nr.  30
„Hantelübungen  einer  Fünfzigjährigen“),  besonders  wenn  nebenbei  noch
auf  Entfettung  hingearbeitet  wird.  Massage  des  Bauches,  auch  Erschütterung
(Vibrationsmassage),  kalter  Schenkel=  und  Bauchguß,  Eichenrindensitzbäder,
schließlich  auch  der  Thalysia-Körperformer  (siehe  Tafel  Nr.  3)  werden  nicht  nur
bedeutende  Besserung  bringen,  sondern  die  unangenehmen  Nebenwirkungen  des
Hängebauches  auch  vollständig  beseitigen.  Man  lese  über  „Fettbauch“  nach.

Hanteln.  Wenn  man  viel  sitzen  muß,  das  Wetter  kalt  und  naß,
vielleicht  die  Verdauung  auch  etwas  träge  ist,  dann  ist  es  äußerst  wohltätig,
schwere  eiserne  Hanteln  herzunehmen  und  einige  Minnten  lang  zu  üben,
„stemmen“,  wie  der  Kunstausdruck  heißt.  Man  hebt  das  Eisenstück  nach
oben  und  nach  der  Seite,  ebenso  nach  vorne  und  macht  diese  Bewegungen
so  langsam  als  möglich,  weil  langsame  Übungen  den  Organismus  viel  mehr
anstrengen  als  rasch  und  flüchtig  ausgeführte.  Es  tritt  dann  bald  ein  wohltnendes
  Wärmegefühl  in  alle  Glieder,  und  Gase  werden  durch  Darm  und
Speiseröhre  ausgestoßen,  worauf  große  Erleichterung  fühlbar  wird.  Man
kann  dann  wieder  gut  fortarbeiten.  Es  gibt  kleine  Hanteln,  für  jede  Hand
eine,  und  große,  wie  auf  Fig.  379,  die  25  Pfund  wiegen.  Je  nach  den
Kräften  muß  das  Gewicht  der  Hanteln  bestimmt  werden.  Starkes  Herzllopfen
während  der  Übungen  beachte  man  jedoch,  zu  viel  Anstrengung  mit  Hanteln
lann  sogar  zu  Herzerweiterung  führen.

Fig.  379.  Armübung  mit  Hanteln.