684  Homöopathie  —  Hüftgelenkentzündung.

von  Infektionskrankheiten  auf,  so  beim  „Mumps“,  auch  bei  Wassersucht  nach
Scharlach,  nachdem  man  Wasser  aus  dem  Hodensacke  abzapfte.  Durch  ruhige
Lagerung,  laue  Einwicklung  von  30°%  C.,  die  man  bei  großer  Hitze  häufig
wechselt,  kalte  Leibaufschläge,  um  abzuleiten,  dünne,  treibende  Kost,  damit  der
Darm  nicht  überfüllt  sei,  kann  man  einer  Eiterung  vorbeugen  und  bei  Knaben
einer  Schädigung  für  die  Zukunft.

HBomöopatbie.  Sie  will  durch  stark  verdünnte  Arzneien  heilen
und  stellt  den  Grundsatz  nach  ihrem  Begründer  Hahnemann  auf,  daß  man
nicht  mit  Entgegengesetztem,  sondern  mit  Gleichem
heilen  müsse;  also  wenn  jemand  Durchfall  hat,
mit  einem  Abführmittel  in  hundertfacher  Verdünnung,
  aber  nicht  mit  einer  verstopfenden
Arznei.  Es  ist  sicher,  daß  ein  Gift  in  hundertoder
  tausendfacher  Verdünnung  aufhört,  ein
Gift  zu  sein,  und  daß  daher  die  Homöopathie
zu  einer  Zeit,  in  welcher  die  mitttelsüchtige
Menschheit  in  allerlei  kräftigen  Wundermitteln
zu  viel  des  Guten  tat,  als  Fortschritt  zu  betrachten
  war,  um  so  mehr,  als  sie  auch  Hautpflege
  und  besseres  Maß  in  anderen  Dingen
einführte.  Wenn  aber  eine  Person  zwanzig
Jahre  lang  fast  Tag  für  Tag  Pillen  und  Pulver
aller  Art  nach  homöopathischer  Verordnung  verschluckt,
  dann  wird  sie  doch  schließlich  ein  wandelnder

  Arzneikasten  und  kann  sich  vor  schlei-Fig.390.
  Hüftgelenkentzündung.  chenden  Arzneikrankheiten  nicht  mehr  retten.
16  Verkümmerung  der  Wirbel  Es  gibt  ältere  Frauen,  die  für  jede  Art  von
sunden  Seite  höher  als  im  Bauchgrimmen  eine  besondere  Pille  wissen,  die
normalen  Zustande.  3  Die  sie  in  heiligem  Glauben  verschlucken.  Wir  be-Hüste

  der  kranken  Seite  ge-  .  .
senkt.  4  Der  Hinterbacken  7  klagen  ihre  Freunde  und  ihre  Nachbarschaft.

vget  häNalte  ver-  Büftgelenkentzündung.  (Siehe  Skekümmert
  und  steif.  lett  Fig.  1.)  Sie  tritt  meist  bei  Kindern  auf

und  am  häufigsten  bei  vorhandener  Skrofulose.
Das  Gehen  wird  schmerzhaft,  das  Bein  wird  eingezogen  gehalten,  und  es
entwickelt  sich  Hinken.  Geht  die  Entzündung  in  der  Gelenkpfanne  in
Eiterung  über,  so  sind  Schmerzen,  Fieber,  Bettlägerigkeit  die  Folgen;  breitet
sich  die  Eiterung  weiter  aus,  so  ist  allgemeiner  Verfall  und  Tod  ein  häufiger
Ausgang.  Auch  bei  Gelenkrheumatismus  und  nach  Scharlach  kann  Hüftgelenkentzündung
  auftreten.  Oft  bleibt  eine  Verkürzung  des  Beines  nach
Ausheilung  des  Zustandes  zurück  (Fig.  390).
Behandlung.  Richtige  Lagerung  des  Beines,  beständige  feuchte  Wickel,
ableitende  Fußdämpfe  mit  kalten  Güssen,  Rückengüsse,  Wechselarmbäder,  täg-