686  Husten  —  Hypnotismus.

was  dort  über  die  Fußpflege  steht.)  Beseitigung  der  Lederschuhe,  erweichende
warme  Bäder,  darnach  Entfernung  aller  verhornten  Teile  mit  einem  scharfen
kleinen  Messerchen;  Läppchen  mit  Zitronensäure  getränkt  und  zweistündlich
aufgelegt,  heilen  oft  recht  rasch  schmerzhafte  Hühneraugen  aus.  Genügt  das
nicht  gleich,  dann  lasse  man  die  zapfenförmige  Schwiele  gründlich  von  einem
„Fußdoktor“  entfernen  und  behandle  die  Zehe  darnach  mit  lauen  Umschlägen.
Sandalen  und  Barfußgehen!

Husten.  Er  ist  keine  selbständige  Krankheit,  sondern  nur  eine
Begleitungserscheinung  bei  Erkrankung  des  Kehlkopfes,  der  Luftröhre,  der
Bronchien  und  der  Lunge  und  besteht  in  einer  oft  krampfartigen,  stoßweisen
Ausatmung,  wobei  viele  Muskeln  des  Rumpfes  angestrengt  werden;  daher
die  Erschöpfung  nach  heftigen  Hustenanfällen.  Der  Husten  wird  entweder
durch  sich  ansammelnde  Schleimmassen  erzeugt,  welche  der  Organismus  auszustoßen
  bemüht  ist,  oder  durch  nervöse  Reizzustände.  Man  behandelt  ihn,
indem  man  seine  Ursache  beseitigt.  Man  unterscheidet  verschiedene  Hustenformen:
  das  leichte  Hüsteln  Blutarmer  und  Lungenkranker;  der  bellende,
hohle  Husten  Kehlkopfkranker,  z.  B.  bei  an  Bräune  erkrankten  Kindern;  der
kräftige,  rauhe  oder  rasselnde  Husten  bei  Bronchialkatarrhen;  der  kurze,  stoßweise,
  weil  schmerzhafte  bei  Lungenentzündung;  der  krampfartige,  heftige
Husten  bei  Reizwirkungen  (Verschlucken,  sexnellen  Störungen  bei  Frauen)  usw.
Es  ist  begreiflich,  daß  jeder  Husten,  wenn  er  von  Lungenschwindsucht,  Kehlkopfkrebs
  oder  nach  Staubeinatmung  herrührt,  ein  anderer  ist  und  daher
auch  andere  Anwendungen  erheischt.  Eine  nasse,  heiße  Bauchflasche  auf  den
Bauch  gelegt,  wird  bei  nervösem  Husten  sehr  beruhigend  wirken.  Geheilt
ist  der  Husten  nie,  der  durch  Morphiumeinspritzungen  oder  Opiumplätzchen
unterdrückt  wird!  Dagegen  wirken  warme  Aufschläge  auf  Brust  oder  Rücken,
laue  Ganzpackungen,  warme  Vollbäder  mitunter  vorzüglich,  auch  warme
Zitronenlimonade  und  leichtes  Schwitzen  im  Bette,  ebenso  ableitende  Fuß—
dämpfe,  bei  chronischem  Husten  aber  auch  Rückenklatschung  sowie  kühle  Rückengüsse
  mit  kräftiger  Frottierung.  Für  kurze  Zeit  bernhigend  und  schleimlösend
wirkt  ein  Tee  von  Spitzwegerich,  Huflattich,  Lungenkraut;  gegen
Krampfhusten  wird  auch  Süßholz  und  Leinsamen  empfohlen;  doch  hat  häufiger
Genuß  solcher  Aufgüsse  auf  den  Magen  nicht  immer  gute  Wirkung,  in  keinem
Falle  darf  man  sie  zu  oft  genießen.

Hymen.  (Siehe  „Jungfernhäutchen“.)

Hypnotismus.  Es  wird  dieses  Wort  heute  oft  genannt,  ja  es  ist
sogar  zu  einem  besonderen  Zweig  der  Heilkunde  geworden.  Es  kommt  von
dem  griechischen  „Hypnos",  Schlaf,  und  bedeutet,  daß  man  durch  Beeinflussung
  des  Willens  und  der  Vorstellungen  eine  andere  Person  in  Schlaf
versetzen  und  ihm  in  diesem  Zustande  Eingebungen  machen  kann,  an  welche
er  beim  Erwachen  fest  glaubt  und  über  die  ihm  jede  Kritik  fehlt.  Die  Beeinflussung
  nennt  man  Suggestion,  und  wenn  man  einem  Kranken  energisch