698  Katheter  —  Kehlkopfkrankheiten.

in  der  Sonne,  im  Schatten  und  schließlich  zu  allen  Jahreszeiten  ausgeführt,
das  befte  Heilmittel  der  „Abhärtung“;  denn  sie  schaffen  wieder  gesunde  Hauttätigkeit
  und  gesünderen  Stoffwechsel  und  beseitigen  die  Angst  vor  Luft  und
Abkühlung.  Nicht  minder  ist  aber  für  solche  Schleimhautkranke  die  Ernährung
von  Wichtigkeit,  die  Vermeidung  von  Alkohol,  die  oft  allein  die  Ursache
von  Katarrhen  ist,  von  übermäßiger  Fleisch-  und  Gewürzkost,
“  welche  träge  Darmtätigkeit  und  mangelhafte  Entleerungen  zur
«  Folge  hat.  (Siehe  zweites  Kapitel  im  I.  Teil  über  „Ernährung“.)
Katbeter.  Dies  ist  ein  Abflußrohr  für  Flüssigkeiten,  das

man  in  Körperhöhlen  einführt,  um  sie  zu  entleeren.  Vor  allem
dient  es  der  Harnblase.  (Siehe  Fig.  392.)  Die  Einführung  in
-  die  kurze  weibliche  Harnröhre  ist  nicht  schwierig,  allein  sie  muß
auch  erst  gelernt  werden.  Durch  ein  Neigen  der  Röhre  dringt
der  Harn  durch  die  Offnung  an  der  Spitze  des  Katheters  in
diesen  ein  und  fließt  so  lange  aus,  als  die  Spitze  des  Katheters
sich  noch  in  Flüssigkeit  befindet.  Häufige  Einführung  reizt  aber
die  Schleimhaut  der  Harnröhre,  und  ist  der  Katheter  nicht  ganz
rein,  so  können  auch  Blasenkatarrhe  dadurch  entstehen.  Man  sei
also  in  seiner  Anwendung  vorsichtig  und  trachte  lieber,  ihn  solange

(13/  als  möglich  zu  umgehen.
Kefir.  (Kuhkumis.)  Wenn  die  Milch  sauer  und  mit  etwas
:ä  Kohlensäure  vermengt  ist,  so  wird  sie  für  Verdauungsschwache

Fig.  392.  leichter  verdaulich.  Man  hat  sie  daher  Schwerkranken  mit  viel
Katheter.  Vorteil  gegeben.  Im  Kaukasus  verstehen  es  einige  Völkerstämme,

einen  Pilz  zu  züchten,  welcher  in  jeder  Milch  diese  gewünschte
Gärung  hervorruft  und  ein  beliebtes  moussierendes  Getränk  schafft.  Lungenkranken
  bekommt  Kefir  besonders  gut,  bei  chronischer  Stuhlverstopfung  hat
er  sich  gleichfalls  sehr  gut  bewährt.  In  Apotheken  ist  der  Kefirpilz  samt
Anweisung  zur  Selbstbereitung  zu  haben.

Keblkopfkrankheiten.  Katarrhe,  Tuberkulose,  Krebs,  Verdickungen
der  Stimmbänder  usw.  find  nicht  seltene  Leiden.  Sie  einzeln  zu  beschreiben,
hat  keinen  praktischen  Nutzen,  ihre  Behandlung  muß  sich  oft  mehr  nach  dem
Allgemeinleiden  richten.  Für  innere  Behandlung  des  Kehlkopfes  sind  wir  nicht,
da  jeder  Eingriff  die  Kongestion  nach  den  zarten  Teilen  desselben  nur  vermehrt.
Ausnahme  macht  nur  die  notwendig  werdende  Ausschneidung  eines  Gewächses,
wie  Knoten  der  Stimmbänder,  Fibrome  usw.  Kräftige  Ableitung  und  beruhigende
  Einflüsse  auf  den  erregten  Kehlkopf  sind  das  Wesentlichste  unserer
Behandlung.  Die  gewöhnlichsten  Symptome  seiner  Erkrankung  sind  Heiserkeit,
Stimmlosigkeit,  Druckschmerz,  ein  kurzer,  bellender  oder  trockener  Husten,
Breunen,  Schleim-,  auch  Blutabsonderung.  Dauern  die  genannten  Krankheitszeichen
  zu  lange  an,  so  lasse  man  eine  Kehlkopfspiegelung  vornehmen,
um  den  inneren  Zustand  des  Kehlkopfes  festzustellen  und  mache  bei  bloßer