Knochenbruch.  703

möglich  und  oft  vorgekommen.  Je  brüchiger  die  Knochen  werden,  desto
leichter  brechen  sie  und  desto  langsamer  heilen  sie,  deshalb  die  Schwierigkeiten
bei  alten  Leuten.  Findet  eine
Zersplitterung  der  Knochen
statt,  so  werden  die  Knochensplitter
  langsam  ausgestoßen,
meist  unter  Eiterung,  Wundfieber
  und  großen  Schmerzen.
Behandlung.  Wenn
günstige  Bedingungen  vorhan—
den  sind,  schlechte  Einflüsse
ferngehalten  werden,  so  heilen
Knochenbrüche  ohne  weiteres
Zutun  von  selbst.  Es  bildet
sich  neues  Knochengewebe  und
füllt  die  Bruchstelle  aus.  Die
Hauptgefahr  bei  der  Verheilung
liegt  nur  im  Schiefwerden  des
verletzten  Gliedes,  indem  die  r
Bruchenden  durch  nicht  zu  Fig.  396.  Notschienen.  Nach  v.  Esmarch.
vermeidende  Bewegungen  des
Kranken  verschoben  werden.  Man  hat  darum  alle  möglichen  Verbände  erfunden,
  um  eine  Befestigung  der  Knochenenden  zu  erzielen  und  hat  dadurch,
wie  beim  Gipsverband,  auch  viel  Übles  angerichtet..  (Man  lese  Oberst
Spohrs  Bichlein  über  Knochenbrüche
nach,  das  uns  verschiedene  Methoden
vorführt.)  Fig.  395  zeigt  uns  in  A
und  B  einen  geschlossenen  und  einen
offenen  Beinbruch,  und  Fig.  396  und
397  geschiente  Glieder,  die  uns  lehren,
wie  man  sie  sofort  mit  dem  nächstbesten
Holze,  auch  Kochlöffel,  befestigen  kann,
um  eine  Verschiebung  der  Knochenenden

zu  verhüten.  Die  erste  Hilfe  bei  Knochen-  —  —
brüchen  bestehe  also  stets  in  der  Fest-  ##0v

.  .  i  ür  den  Arm.
legung  des  verletzten  Gliedes;  dann  dis  —  lür  *

mache  man  kühle  Aufschläge  und  schaffe

dem  Verletzten  ein  weiches,  bequemes  Lager.  Sorgt  man  im  übrigen  für
tägliche  Abwaschungen  des  ganzen  Körpers,  leichte  Pflanzenkost,  tägliche
Stuhlentleerungen  und  reichliche  Zufuhr  frischer  Luft,  so  werden  einfache  und
geschlossene  Brüche  ohne  Schmerzen  und  Fieber  heilen.  Neuerdings  siellt
man  so  vortreffliche  Apparate  her,  daß  man  auch  mit  erlittenem  Beinbruck