708  Kopfguß  —  Kopfschmerz.

stöcke  noch  keine  Eizellen  abstoßen,  das  Mädchen  also  noch  nicht  geschlechtsreif
  ist  oder  im  Matronenalter  keine  Eizellen  mehr  produziert  werden,
ferner  wenn  der  männliche  Samen  nicht  lebenskräftig  war.  Wie  schon
anderenorts  angegeben  wurde,  ist  die  Frau  am  empfänglichsten  vor  und
nach  der  Periode  und  am  wenigsten  empfänglich  in  der  dritten  Woche  nach
Eintritt  der  Periode.  Diejenigen,  welche  Kindersegen  heiß  ersehnen,  mögen
ihre  Kräfte  einen  ganzen  Monat  lang  sparen  und  unmittelbar  nach  beendigter
  Menstruation  eine  Vereinigung  eintreten  lassen.  Sie  führt  oft
ans  Ziel.  Wer  dagegen  weitere  Vergrößerung  der  Familie  fürchtet,  muß
den  ganzen  Monat  durch  enthaltsam  bleiben  und  nur  in  der  dritten  Woche
(vom  ersten  Tage  der  Menstrnation  an  gerechnet)  ehelichen  Verkehr  sich
gestatten.

Schreck  während  des  Begattungsaktes  oder  starke  nervöse  Einflüsse
nach  demselben  haben  auf  den.  Organismus  des  Weibes  solchen  Einfluß,
  daß  dadurch  bedeutende  Abweichungen  normaler  Vorgänge  stattfinden
können:  z.  B.  Bauchschwangerschaft,  Ablösung  zweier  Eizellen  oder  plötzliche
  Hemmungen  der  natürlichen  Vorgänge  (Ausbleiben  der  Menstruation),
Krämpfe  usw.

Kopfguß.  Man  hält  den  Kopf  über  ein  leeres  Gefäß  und  begießt
ihn.  Wegen  des  Einflusses  auf  die  Gefäße,  des  plötzlichen  Zurückströmens
des  Blutes  in  das  Schädelinnere,  macht  man  selten  kalte  Kopfgüsse;  auch
für  den  Haarwuchs  sind  laue  besser  und  zwar  von  30°  bis  36°%  UC.  Da  man
den  Kopf  mit  langen  Haaren  nie  so  schnell  trocken  bekommt  wie  andere
Körperstellen,  empfiehlt  es  sich,  ihn  warm  einzupacken.  Erkältungen  werden
dann  vermieden.  Der  laue  Kopfguß  wirkt  bei  Haarausfall  sehr  günstig  ein;
der  kalte  scheint  diesen  oft  zu  verstärken.  (Siehe  Kopfwaschung  Fig.  144).

Kopfbautmassage.  Um  die  Kopfhaut  zu  kräftigen  und  dadurch
den  Haarwuchs  zu  fördern,  empfiehlt  es  sich,  die  Haare  täglich  zu  lüften,
indem  man  mit  gespreizten  Fingern  (siehe  nachstehende  Abbildung)  von  unten
nach  oben  in  die  aufgelösten  Haare  fährt  und  dann  mit  den  Fingerspitzen
auf  der  Kopfhaut  trommelt.  Man  wiederholt  dieses  Verfahren  in  verschiedenen
  Richtungen  etwa  vier  Minuten  lang.

Kopfschmerz.  Ob  der  Sitz  des  Schmerzes  im  Gehirn  oder  nur
in  Gehirnhäuten  liegt,  kann  nicht  immer  nachgewiesen  werden.  Man  unterscheidet
  drückenden,  stechenden,  bohrenden  Schmerz  und  je  nach  Steigerung
desselben  durch  äußere  Einflüsse  Blutleere  oder  Blutüberfülle  im  Kopfe.  Bei
blassem  Gesicht  und  wenn  Verminderung  durch  horizontale  Lage  eintritt  oder
durch  Nahrungsaufnahme,  herrscht  Blutleere  im  Gehirn  vor;  tritt  dagegen
Erleichterung  in  sitzender  Lage  ein,  so  ist  Kälteeinwirkung  auf  den  Kopf  wohltätig,
  hat  der  Schmerz  einen  klopfenden  Charakter,  dann  ist  Blutüberfülle
vorhanden.  Darnach  muß  sich  auch  die  Behandlung  einigermaßen  richten.
Der  Kopfschmerz  ist  eine  Begleiterscheinung  aller  fieberhaften  Krankheiten,  der