712  Krankenpflege.

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Das  Krankenzimmer.  Die  Geschicklichkeit  der  Hausfrau  besteht
darin,  ein  Wohn=  oder  Schlafzimmer  so  umzuwandeln,  daß  es  einem  vernünftigen
  Krankenzimmer  gleichkommt.  Um  dies  zu  werden,  darf  es  1.  nicht
Tummelplatz  anderer  Familienglieder  oder  von  Besuchern  sein,  sondern  muß
möglichst  still  und  menschenfrei  gehalten  werden;  2.  muß  für  beständige  gute
Lüftung  gesorgt  werden  durch  Offenlassen  einer  Fensterspalte  (bei  kaltem
Wetter)  und  bei  sich  ansammelnden  Gerüchen  durch  zeitweises  Durchlüften,

Fig.  400.

Tisch  für  das  Krankenbett.

indem  man  entgegengesetzte  Fenster  und  Türen  öffnet.  Im  Sommer  läßt
man  Tag  und  Nacht  ein  Fenster  weit  offen  stehen,  denn  zu  viel  frische  Luft
kann  ein  Kranker  niemals  haben.  Muß  man  heizen,  dann  reguliere  man  die
Zimmertemperatur  durch  ein  Thermometer,  das  an  ruhiger  Stelle  hängen  soll.
Niemals  überschreite  die  Wärme  der  Zimmerluft  13°  bis  15%  R.  Blühende,
aber  nicht  stark  riechende  Topfpflanzen  mögen  so  gestellt  werden,  daß  der
Kranke  sie  sehen  kann,  denn  der  Anblick  erfrischt  ihn.  Nur  bei  Lichtschen
halte  man  die  Sonnenstrahlen  ab,  sonst  leite  man  sie  sogar  auf  das  Bett;
denn  das  Sonnenlicht  hat  große  Heilkraft  und  zerstört  giftige  Bakterien.
Immer  stehe  das  Bett  aber  so,  daß  der  Kranke  nicht  gezwungen  ist,  ins  Licht
zu  blicken,  denn  dies  erregt  ihn.  Weiche  Teppiche  sollen  die  Schritte  der  Anwesenden
  dämpfen.  In  Ermangelung  solcher  können  auch  in  dem  ärmsten  Zimmer
ausrangierte,  aber  reine  Decken  oder  Strohmatten  ausgebreitet  werden,  welche
die  Schritte  der  Eintretenden  aufnehmen.  Beim  Reinigen  des  Zimmers
vermeide  man  Staubaufwirbelung  und  wische  nur  mit  feuchten  Tüchern  auf.

Krankenbett.  Es  stehe  frei,  damit  es  von  beiden  Seiten  zugänglich
ist.  Der  Kranke  liegt  auf  einer  Seegras=  oder  Roßhaarmatratze,  niemals
auf  Federbetten;  Steppdecke  im  Winter  und  leichte  wollene  Decke  im  Sommer,