714  Krankhafte  Gesichter  —  Krätze.

mitleidigen  Frauen  sündigen  am  meisten  durch  häufiges  Ausdrängen  von  Speise
und  Trank,  ihre  Angst  wegen  angeblicher  Entkräftung,  ihr  ewiges  Zureden:  „So
iß  doch!“  haben  manchen  Kranken  aufgeregt  und  noch  viel  häufiger  ihn  kränker
gemacht.  Sie  bemühe  sich  lieber,  durch  richtige  Pflege  seinen  Appetit  anzuregen,
die  Kräfte  zu  heben,  —  dann  verlangt  der  Kranke  von  selbst  zu  essen.  (Siehe
auch  „Diätetische  Kuren“  unter  Buchstabe  D.)

Zur  Erleichterung  eines  langen  Krankenlagers  empfehlen  sich  auch
Bequemlichkeits-Einrichtungen,  wie  die  auf  Fig.  400  und  Fig.  401,  das  verschiebbare
  Tischchen,  welches  sich  für  Mahlzeiten,
  kleine  Handarbeiten  und  auch  als
Lesepult  sehr  gut  eignet.

Krankenwartung.  Lieise,  geschickt,
bestimmt  sei  alles,  was  man  dem  Kranken  tut
oder  sagt;  der  Einfluß  einer  in  diesem  Sinne
geordneten  Persönlichkeit  ist  auf  Kranke,  die
oft  übermäßig  feinfühlig  sind,  äußerst  wohltätig.
  Beim  Abwaschen,  Umbetten,  Wäschewechsel
  vermeide  man  derbes  Anfassen,  Auskühlen
  des  Kranken,  Faltenbildung  in  den
Unterlagen,  lange  Beratungen  mit  anderen
Personen,  Hast,  Unpünktlichkeit,  ängstliche
—  Reden  über  die  Krankheit.  Sehr  viel  wird  in
Fig.  402.  Geruchloses  Kloset  dieser  Hinsicht  in  der  häuslichen  Krankenpflege
für  Krankenzimmer  mit  selbsttätiger  gesündigt,  während  es  in  den  Spitälern  wieder

Wasserspülung.  an  persönlicher  Teilnahme  und  an  Herzenswärme

  fehlt.  Aber  strebsame  Frauen,  welche

diese  Zeilen  lesen,  werden  erkennen,  was  sie  noch  zu  lernen  haben  und  wie  sie

es  anfassen  müssen,  um  grobe  Fehler  in  der  häuslichen  Krankenpflege  zu  vermeiden.

  Die  Ausführung  der  Bäder  usw.  für  Bettlägerige  ist  an  anderer  Stelle

besprochen.  Wer  sich  über  die  Krankenpflege  belehren  will,  lese  Dr.  Guttmanns
  Buch  „Krankendienst“  (Abel),  das  viel  Gutes  enthält.

Krankhafte  Gelichter.  (Siehe  Tafel  Nr.  16.)  Das  Gesicht  ist  der
Spiegel  des  Menschen.  Seine  Formen,  seine  Farbe,  sein  Ausdruck  zeigen  uns  den
Gesundheitszustand  an;  Seelisches  und  Körperliches  liegen  hart  nebeneinander.
Wenige  Menschen  wissen  dies  aber  zu  unterscheiden  und  wenige  haben  sich
darin  geübt,  in  den  oft  so  interessanten  Spiegel  gründlich  hineinzublicken.

Krätze.  Diese  juckende  Krankheit  wird  durch  die  Krätzmilbe  erzeugt.
Diese  ist  ein  kleines  Tier,  das  von  Mensch  auf  Mensch  übertragen  wird,  sich  in
der  Haut  Gänge  bohrt,  und  viele  Eier  legt.  Die  Krätzkranken  kratzen  heftig,
daher  die  vielen  roten  und  krustigen  Stellen  an  ihrer  Haut.

Behandlung.  Dampfbäder,  größte  Reinlichkeit,  und  wer  schuell
befreit  sein  will,  der  wende  eine  Krätzsalbe  mit  Schwesel  oder  Styrax  an,