Kräuterbäder  —  Krebs.  715

reibe  zwei  bis  drei  Tage  hintereinander  ein  und  nehme  dann  ein  warmes
Reinigungsbad.  Dies  tötet  die  Milbe  schneller  als  jedes  andere  Verfahren.
Erregte,  milbenfreie  Hautstellen  packe  man  darnach  feuchtwarm  ein,  nehme
auch  zur  Ausheilung  der  Haut  wiederholt  warme  Vollbäder,  welchen  man
zarte  Einreibungen  mit  Mandelöl  folgen  lassen  kann.  Getragene  Wäsche
Krätzkranker  muß  sofort  in  heißes  Sodawasser  gelegt  werden,  damit  die  darin
hängenden  Eier  nicht  verschleppt  werden,  dann  koche  man  sie  durch.

Kräuterbäder.  Aromatische  Kräuter,  wie  Kamille,  Arnika,  Feldkümmel,
  Lavendel,  Majoran,  Pfefferminz,  Schafgarbe  usw.  werden  in  einem
Säckchen  mit  kochendem  Wasser  übergossen  und  die  dadurch  entstehende,  duftende
Brühe  dem  Badewasser  zugesetzt.  Das  Badewasser  muß  stark  riechen  und
gefärbt  sein,  sonst  ist  es  unwirksam.  Kräuterbäder  wirken  auf  Haut  und  Nerven
stärker  anregend  als  einfache  Wasserbäder.  Stark  erregend  wirken  Heublumenbäder.
  Beruhigend  und  verteilend  sind  Kamillensäckchen,  heiß
aufgelegt,  z.  B.  bei  Geschwülsten  an  einer  Zahnwurzel  oder  ähnlichem.  (Siehe
unsere  Tafeln  „Heilpflanzen“.)

Kräuterklystiere  haben  sich  oft  bei  Kolik  und  Darmschmerzen  bewährt.
  Man  nimmt  schleimige  Aufgüsse  von  Leinsamen,  Eibisch  und  beruhigende
  von  Kamillen  dazu.  ·

Kräuterkuren  macht  man,  indem  man  Aufgüsse  (Tee)  trinkt,  oder
frische  grüne  Kräuter  fein  zerhackt  in  Suppen  eingekocht  oder  säuberlich  zurechtgemacht
  (Salatl!)  genießt.  Sie  regen  vor  allem  die  Nieren  an,  ebenso
Magen  und  Darmtätigkeit  und  wirken  dadurch  blutreinigend,  indem  sie  das
Zurückbleiben  unbrauchbarer  Stoffe  im  Organismus  verhindern.  Zu  Frühjahrskräuterkuren
  werden  verwendet:  Sauerampfer,  Brennessel,  Kerbel,  Spitzwegerich,
  Löwenzahn,  Zichorie,  Lungenkraut  usw.  Weniger  reizend  und
stark  harntreibend  soll  Birkenblättertee  wirken,  welcher  bei  Wassersucht
oder  stockender  Nierentätigkeit  mit  Vorteil  andere  Kuranwendungen  unterstützen
  kann.  Für  Appetitlosigkeit,  schlechten  Mundgeruch  ist  Tausendguldenkrauttee,
  morgens  nüchtern  getrunken,  mitunter  recht  gut.  Seine
Bitterstoffe  wirken  reinigend  auf  den  Verdauungsschlauch  und  die  Verdauung
befördernd;  Wermuttee  ganz  ähnlich,  soll  aber  noch  einen  speziellen  Einfluß
  auf  die  Funktionen  der  Leber  haben.  Zinnkrauttee  wird  als  blutstillendes
  Mittel  gerühmt  und  wirkt  leicht  zusammenziehend  auf  Schleimhäute.
Baldrian  ist  krampfstillend,  Lindenblüte  schweißtreibend  und  andere  mehr.
Man  lese  zur  Ergänzung  über  „Aromatische  Kräuter"  nach.

Wer  aber  magenkrank  ist,  hüte  sich,  den  Leib  mit  allerlei  Aufgüssen
anzufüllen;  Wermut  oder  Tausendguldenkraut  sind  nur  schluckweise  und  in
kleinen  Portionen  zu  verwenden.  Stuhltreibende  Tees  sind  bei  Behandlung
des  Stuhles  angeführt.  (Siehe  „Unsere  Heilkräuter“  am  Schluß  dieses  Buches.)

Krebs  (Karzinom).  Eine  Wucherung  von  teils  unbestimmtem  Bau,
stark  zu  Zerfall  neigend,  mit  üblem  Geruch,  jauchigen  Ausflüssen,  welchen