Leibschmerzen.  723

Wärme  zu  sorgen.  Man  hat  daher  viele  Arten  von  Binden  hergestellt,  nicht  alle
aber  sind  gleichberechtigt.  Die  eine  besteht  aus  einem  Stückchen  Flanell,  das
man  sich  um  den  Leib  bindet  und  Tag  und  Nacht  trägt.  Sie  wärmt  vorzüglich,
wird  sehr  angenehm  empfunden  und  hebt  tatsächlich  oft  die  Darmtätigkeit.
Andere  Binden  zeigen  uns  Fig.  298  bis  303.  Sie  sind  stets  dann  berechtigt,
wenn  sie  aus  durchlässigem  Stoff  bestehen,
wie  Fig.  403  und  404,  nirgends  unangenehme
Druckwirkungen  haben  und  nicht  zu  umfangreich
  sind.  Aus  Gewohnheit  aber  trage  man
Binden  nicht,  sondern  trachte  vielmehr,  sich  —  7
bald  wieder  von  ihnen  zu  befreien,  indem  man  S—  “y  »
durch  richtige  Behandlung  nach  allgemeiner  EsXF  *#*
Kräftigung  strebt.  Eine  der  wirkungsvollstern  Fug.  403.  Leibbinde.
Leibbinden  ist  der  Inno-Gürtel,  der  bei

Hängebauch,  Erschlaffungszuständen,  Wanderniere,  Gebärmuttersenkung  vortrefflich
  wirkt;  entschiedene  Vorzüge  haben  auch  „Viktoria“=  und  „Monopol=Leibbinden“,
  Fig.  404  und  406.  Ferner  ist  für
sehr  schwere  Frauen  der  Platen-Garmssche
  Gürtel  sehr  zu  empfehlen,  der  den
besten  Halt  geben  dürfte.  Da  die  Frauen
ihren  eigenen  Zustand  oft  gar  nicht  richtig
zu  beurteilen  vermögen,  sollen  sie  stets  die
Leibbinde  nur  nach  ärztlicher  Beratung
wählen.  Es  werden  dann  schädliche  Fehlgriffe  weniger  leicht  vorkommen.

Leibschmerzen.  Der  „Leib“,  richtiger  Bauch  des  Merschen,  ist
Sitz  vieler  und  sehr  wichtiger
Vorgänge;  daher  ist  er
auch  Sitz  der  meisten  Funktionsstörungen
  und  der  verschiedensten
  Schmerzen.  Gut
ist  es,  wenn  man  sich  von  #
Jugend  an  gewöhnt,  die  Art  -  *  ——
der  Bauchschmerzen  zu  unter-  Aufgero  Wollumhüllung  mih  daraufscheiden
  und  ihren  Sitz  fest=  liegender  aufgerollter  rohfeidener  Ein-Angaben
  der  Patienten  der
Arzt  oft  irregeleitet  wird.  Die  meisten  Schmerzen  kommen  natürlich  aus
dem  Darm,  da  dieser  die  Leibeshöhle  fast  ausfüllt  und  beständig  in  mehr
oder  minder  starker  Bewegung  ist.  Bei  Frauen  kommt  in  zweiter  Linie  die
Gebärmutter  mit  ihren  Anhängen  in  Betracht  und  erst  in  dritter  Linie  Blase,
Nierenleiter,  Beckenmuskel  oder  Knochen.  Die  Darmschmerzen  sind  stechend,

krampfartig  oder  beklemmend,  indem  sie  sich  aufblähen  und  auf  ihre  Umgebung
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