Lipom  —  Luftbaden  im  Zimmer.  725

Herzkraft,  gleichmäßige  Erwärmung,  reichlicher  Genuß  reiner  Luft,  am  besten
würzige  Waldluft,  sind  ihre  Hauptzwecke  dabei.  Wir  erreichen  sichtliche  allgemeine
  Kräftigung  dadurch  und  empfehlen  die  Liegekur  daher  für  Lungenund
  Herzkranke,  für  Blutarme,  für  Geschwächte.  Man  wickelt  den  Kranken,
der  sich  in  leichter,  nicht  drückender  Kleidung  befinden  muß,  in  warme,
wollene  Decken,  und  legt  ihn  auf  eine  sonnige  Veranda  oder  in  den  Garten
dort  mag  er  schlummern  oder  ins
Blaue  gucken;  lesen  oder  viel  sprechen
ist  verboten.  Zwei  bis  drei  Stunden
vormittags,  ebensoviel  nachmittags,  sind
angezeigt.  Starke  Geräusche  in  der  Umgebung
  sind  zu  vermeiden.  Bei  kalten
Füßen  wird  immer  eine  Wärnflasche
mitgepackt  oder  die  Füße  durch  die  bekannten
  Mittel  erwärmt.  «

Cipom,  siehe  „Fettgeschwulst“.  Fig.  407.

Luss,  Lustseuche,  siehe  „  Syphilis“.  Bewegung  der  e’rwärtten  Zimmerluft.

Luftbad.  Im  I.  Teil  ist  es  behandelt
  worden;  Fig.  409  zeigt  uns  ein  Luftbad,  wie  es  früher  bei  Prießnitz
genommen  wurde.  Der  Badewärter  mußte  mit  dem  Badetuch  Wind  machen
und  der  Kurgast  mußte  dabei  laufen,  um  teils  zu  trocknen,  teils  um  mit
immer  neuen  Luftschichten  in  Berührung  zu  kommen.  Diese  Art  des  Luftbades
ist  in  frischer  Morgenluft  äußerst  wirksam.  Man  probiere!  Im  übrigen
lese  man  das  dritte  Kapitel  des  I.  Teiles  und  betrachte  Fig.  54  und  Tafel  14.

Luftbacken  im  Zimmer.  Es  ist  mangelhaft,

  weil  es  das  „Baden“  nur  in  kalten  Mauern,
auf  Dielen  (totem  Holz),  in  eingeschlossener  Luft
usw.  gestattet,  weil  die  Ausstrahlungen  des  Erdbodens,
  die  bewegte,  frei  zutretende  Luft,  der  blaue
Himmel  über  uns,  die  grünen  Pflanzen  um  uns
fehlen.  Trotzdem  kann  und  soll  es  als  Notbehell  Fig.  40.

..  ..  -  Doppelseitiges  Bruchband,
geübt  werden,  aber  unter  folgenden  Vorsichtsmaß=  mit  einer  sedernden  Perotte.
regeln:  1.  um  zu  starke  Abkühlung  zu  vermeiden,
besonders  für  Anfänger,  bewege  man  sich  nur  auf  Teppichen,  weil  gewichste
oder  gestrichene  Fußböden  besonders  kalt  sind:  2.  wenn  die  Außentemperatur
nicht  zu  kalt  ist,  öffne  man  die  Fenster  weit  und  bewege  sich  möglichst
immer  im  Bereiche  der  eindringenden  Sonnenstrahlen;  3.  man  mache  in
kühler  Luft  reichlich  Bewegung,  Arm=  und  Beinübungen,  laufe  auch  und
atme  tief,  damit  der  Stoffwechsel  lebhafter  angeregt  wird;  4.  man  beginne,
am  besten  morgens,  mit  fünf  Minuten  und  steigere  die  Dauer  des  Bades
allmählich  bis  auf  eine  Stunde,  je  nach  Zuständen  und  Wohnungsverhältnissen.
  Bei  Melancholie,  trägem  Stoffwechsel,  Anämie,  allgemeiner