Magenschwäche.  735

rasch  zu  entfernen,  ist  die  Magenpumpung  jedoch  sehr  angezeigt.  Selbstverständlich
  ist  ärztliche  Anleitung  dazu  nötig.

Mgenschwäche  ist  bei  allen  schwachen  Menschen  vorhanden,  weil
Nerven=  und  Drüsentätigkeit  bei  ihnen  mangelhaft  sind;  bei  der  Art  der
Ernährung  muß  damit  gerechnet  werden,  soll  ein  geschwächtes  Organ  durch
Überanstrengung  nicht  noch  schlechter  werden.  Rein  nervöse  Störungen  sind
unter  dem  weiblichen  Geschlechte  unendlich  häufig,  eine  belegte,  schmutzig-gelbe
Zunge  schlechter,  pappiger  Geschmack  im  Munde,  übler  Geruch  aus  dem  Magen
  sind  immer
schlechte  Zeichen
  für  die  Tätigkeit
  des  Magens.
  Die  belegte
  Zunge  verrät
  uns  besonders
  den  chronischen
  Magenkatarrh.

Genau  angepaßte
  und  wechselnde
  Diät  erzielt
  schon  große
Besserung,  zuweilen
  Heilung,
wenn  eine  verkehrte
  Ernäh-  Fig.  418.  Magenguß  in  liegender  Stellung.
rung  die  Ursache
der  Erkrankung  war,  wie  in  sehr  vielen  Fällen;  je  nach  Beschaffenheit  des
Stuhlganges,  des  Kräftezustandes,  der  im  Magen  vorhandenen  Salzsäure,
des  Alters  usw.  wird  man  Schleimsuppen,  saure  abgerahmte  Milch,  Kefir,
Wurzelbrühe,  Kakes,  weißes  Fleisch  oder  strenge  Vermeidung  jeglicher  Fleischnahrung
  usw.  anordnen  müssen.  Ob  es  sich  um  Magenkatarrh  oder  andere
Zustände  handelt:  Ausschließung  des  Fettes  in  der  Nahrung  (besonders  des
Butterbrotes),  aller  Brotarten,  der  Kuchen,  Süßigkeiten,  des  Essigs,  Kakaos
oder  alkoholhaltiger  Getränke  und  der  Gewürze  sind  stets  dringend  angezeigt
und  führen  oft  überraschend  schnell  Besserung  herbei.

Bei  Gärungsvorgängen  esse  man  selten,  mache  Klystiere,  wohl  auch
einmal  eine  Magenausspülung  (siehe  Fig.  417)  oder  trinke  morgens  nüchtern
etwas  Tausendguldenkrauttee;  bei  Magenerweiterung  ebenso,  doch  beschränke
man  die  Flüssigkeitszufuhr;  bei  Magenkrampf  und  Magengeschwür  ist
die  heiße  Bauchflasche  angezeigt,  die  beruhigend  und  verteilend  wirkt,  doch
nicht  zu  heiß  bei  Blutauswurf  und  immer  mit  nassem  Tuch  umwickelt;  bei