Mumps  —  Mundsperre.  749

Erfolg  durchgeführt  werden  kann,  kann  noch  Rettung  bringen.  Wahnsinn
oder  Selbstmord  ist  das  häufige  Ende  unglücklicher  Morphinisten.

Dumps  oder  „Ziegenpeter“  und  „Bauernwetzel“.  Die  Entzündung  der
Ohrspeicheldrüse  (Parotis)  geht  meist  mit  leichtem  Fieber  einher,  ist  übertragbar
  und  verursacht  Spannen  auf  der  geschwollenen  Gesichtsseite,  die  auf
Druck  schmerzhaft  ist.  Geht  die  Drüse  in  Eiterung  über,  so  sind  Schmerzen
und  Fieber  bedeutender  und  der  ganze  Zustand  ernster.

Behandlung.  Man  mache  sofort  laue  Aufschläge,  die  man  je  nach
Empfindung  ein=  oder  zweistündlich  wechselt,  nachts  Rumpfpackung,  wiederholt
heiße  Beinbäder,  Klystiere  und  strenge  Diät,  aus  Milch  und  Früchten  bestehend.
Leichtere  Erkrankungen  sind  bei  solcher  Behandlung  in  vier  bis  fünf  Tagen
geheilt,  schwere  erfordern  auch  Bettdampfbäder,  heiße  Kompressen  auf  die
Wange  und  längere  Bettruhe.  Man  lasse  in  solchen  Fällen  den  Arzt  holen.

Muncdffãule.  Sie  tritt  bei  Scharlach  und  Diphtherie  auf,  aber  auch
stelbständig  bei  vernachlässigten  Kindern  mit  schlechten  Körpersäften  und  besteht
in  Geschwürbildung  auf  der  Schleimhaut  des  Mundes,  wobei  sich  ein  aashafter
Geruch  entwickelt  und  die  Haut  sich  in  Fetzen  ablöst.  Nahrungsaufnahme  ist
natürlich  schmerzhaft.

Behandlung.  Neben  Behandlung  des  Grundleidens  spüle  (oder  spritze)
man  die  Mundhöhle  mit  Zitronenwasser  oder  einer  Abkochung  von  Bitterklee
(auch  Taunensprossen)  aus,  worauf  sich  die  fauligen  Ablagerungen  ablösen
und  der  häßliche  Geruch  nachläßt.  Die  Schulmedizin  gibt  Chlorkali,  welches
den  Geruch  rascher  beseitigt,  aber  giftige  Eigenschaften  hat.  Kinder  oder
schwache  Kranke,  die  leicht  etwas  davon  verschlucken,  behandle  man  nicht  damit.
Leicht  säuernde  Nahrung,  wie  Milch,  gebe  man  nicht.  Erlaubt  es  der  Gesamtzustand,
  dann  sind  warme  Vollbäder  sehr  angezeigt,  ferner  beständiger
feuchtwarmer  Leibaufschlag.

Dundlperre.  Eine  Verrenkung  des  Unterkiefers  bei  übermäßigem
Gähnen  oder  Lachen  hat  zur  Folge,  daß  derselbe  seine  Beweglichkeit  verliert
und  der  Mund  nicht  mehr  geschlossen  werden  kann.  Diese  plötzliche  „Mundsperre“
  ist  sehr  qualvoll,  hat  Speichelfluß,  Schmerzen  im  Kiefergelenk  und  bei
nervösen  Personen  heftige  Aufregungserscheinungen  zur  Folge.  Bei  Frauen
tritt  sie  nicht  selten  auf,  besonders  bei  hysterischen  Mädchen,  und  kann  sich
bei  eingetretener  Dehnung  der  Gelenkbänder  auch  wiederholen.

Behandlung.  Einrichtung  des  Gelenkes  seitens  eines  chirurgisch  gut
ausgebildeten  Arztes  ist  das  erste,  was  man  zu  erstreben  hat.

Wenn  der  Knuochen  wieder  in  die  richtige  Lage  gebracht  ist,  mache
man  eine  Gesichtspackung  und  gehe  bei  Angegriffensein  zu  Bett.  Täglich
wiederholte  Güsse,  etwa  16°  C.  auf  beide  Wangen  und  Schläfe,  ferner
Gesichtsmassage  werden  einer  Wiederholung  der  Verrenkung  vorbeugen.  Allgemeine
  Kräftigung  ist  bei  körperlicher  Schwäche  gleichzeitig  anzustreben.
Die  Umgebung  wirke  seelisch  beruhigend  ein.