Mutterspiegel  —  Myom.  751

Mutterspiegel.  Dieser  ist  ein  Instrument  mit  spiegelnder  Innenfläche,
  welches  die  Aufgabe  hat,  das  Scheidengewölbe  und  den  Gebärmuttermund
  zu  beleuchten  (siehe  Fig.  423).  Man  hat  verschiedene  Arten  von
Spiegeln  und  braucht  sie  nicht  nur  zu  Untersuchungen,  sondern  auch  zur
Ausführung  innerer  Eingriffe.

Myom.  Eine  gutartige  Muskelgeschwulst,  die  sich  hauptsächlich  in
der  Gebärmutter  bildet,  führt  diesen  Namen  (siehe  Gebärmuttergeschwülste).
Stauungen,  Zirkulationsstörungen,  vielleicht  auch  noch  besondere
  Veranlagung  dazu  sind  die  Ursache  ihrer  Entstehung,
  denn  man  sieht  sie  unter  den  verschiedensten
Verhältnissen  sich  entwickeln:  bei  verheirateten  und  unverheirateten
  Frauen,  bei  kinderlosen  und  kinderreichen,  bei
sitzenden  Näherinnen  ebenso  wie  bei  kräftigen  Bergsteigerinnen,
  bei  Mageren  wie  bei  Fetten  uspw.  Das  Myom
tritt  sowohl  als  haselnußgroße,  mehrfache  Geschwulst,
wie  als  kindskopfgroßes  „Fibroid",  das  an  einem  Stiele
hängend  in  die  Bauchhöhle  sich  erhebt,  auf.  Es  wachst
langsam  und  seine  Beschwerden  sind  nur  dann  bedeutend,
wenn  die  Gebärmutter  falsch  liegt  und  das  Myom  dadurch
  auf  andere  Organe  einen  beständigen  Druck  ausübt.
Daher  kommt  es  auch,  daß  es  oft  schon  jahrelang  vorhanden
  ist,  bevor  seine  Trägerinnen  eine  Ahnung  davon
haben.  Sein  gewöhnlichstes  Symptom  sind  die  starken
Monatsblutungen,  die  lebensgefährlich  werden  können,  Nöhrenspiegel.
weil  sie  wochenlang  anhalten  und  schließlich  zu  einer
schweren  Anämie  führen.  Die  kleinen  harten  Myome,  die  in  der  Muskelwand
  der  Gebärmutter  sitzen,  verursachen  oft  die  stärksten  Blutungen.
Darum  ist  eine  gründliche  Untersuchung  so  nötig,  welche  die  Ursachen  der
Blutungen  feststellt.  Die  Hoffnung  so  vieler  Frauen,  daß  die  Naturheilmethode
  sie  von  dem  übel  befreien  könne,  ist  leider  unbegründet,  weil  ein
festes  Gewebe  an  solcher  Stelle  nur  mit  dem  ganzen  Organ  entfernt  werden
kann.  Daher  bleibt  auch  nur  die  Operation  als  sicheres  Rettungsmittel,  wenn
Druckbeschwerden  oder  Blutungen  zu  arg  werden.  Die  heutige  Operations--technik
  ist  aber  so  hoch  entwickelt,  daß  man  sich  um  so  ruhiger  in  solchem
Falle  einem  Operateur  übergeben  kann,  je  besser  Kräfte  und  Stoffwechsel  im
übrigen  sind.  Je  näher  man  sich  der  „Wechselzeit“  befindet,  also  zwischen
40—50  Jahren,  desto  leichter  wird  nachher  der  Verlust  der  Gebärmutter
ertragen.  Durch  vorsichtige,  teils  ableitende,  teils  krästigende  Behandlung
muß  man  bemüht  sein,  bei  jüngeren  Frauen  die  Operation  solange  als  nur
möglich  hinauszuschieben,  was  uns  oft  jahrelang  gelingt.  Was  gegen  Blutungen
im  Allgemeinen  angeführt  ist,  gilt  auch  für  hier.  Da,  wie  schon  angegeben,
die  Verhältuisse  großen  individuellen  Verschiedenheiten  unterliegen,  so  muß