Nachgeburt  —  Nachtwandeln.  753

sind,  ihr  beständiger  Druck  auch  zu  Gewebsschwund  führt,  ist  die  Nabel—
operation  in  solchem  Falle  das  einzig  Richtige.  Gut  ausgeführt  heilt  die
lästige  Stelle  tadellos,  und  man  ist  nachher  aller  Pflege  und  Angst  enthoben.

Nachgeburt.  Die  Häute  der  Fruchtblase  samt  dem  Mutterkuchen
werden  „Nachgeburt“  genannt.  Bei  normaler  Geburt  löst  sie  sich  sofort
nach  der  Geburt  des  Kindes  ab  und  wird  mittelst  einiger  kräftiger  Wehen
ausgestoßen.  Bei  Schwäche  der  Gebärenden  aber,  oder  bei  Verwachsungen
der  Plazenta  mit  der  Wand  der  Gebärmutter  treten  Schwierigkeiten  ein,
die  oft  ein  Eingreifen  erfordern.  Wenn  Wechselgüsse  und  äußere  Massage
nichts  helfen,  dann  muß  die  Ablösung  des  Mutterkuchens  mit  der  Hand
ausgeführt  werden.  (Siehe  näheres  im  II.  Teile.)

Fig.  426.
Einfacher  Verband  bei  Nabelbruch.
Fassen  der  beiden  Hautstellen.  Fertiger  Verband  mit  Heftpflaster.

Nachtblindheit.  Bei  Neurasthenischen,  Blutarmen  und  Augenkranken
tritt  zuweilen  die  Unfähigkeit  ein,  im  Dunkeln  scharf  zu  sehen,  obwohl  bei
Tage  normale  Sehschärfe  vorhanden  zu  sein  scheint.  Kräftigung  der  Nerven,
Untersuchung  der  Augen  sollen  nicht  versäumt  werden.  Kühle  Angenbäder,
gute  Ernährung,  reichlicher  Schlaf,  Aufenthalt  im  Grünen  bringen  Besserung.
Mit  derartigen  Augenerscheinungen  häugt  oft  auch  ein  allgemeiner  Niedergang
  der  Kräfte  zusammen.

Dachtschweiße.  Sie  können  eine  wohltätige  Krisis  bedeuten,  ebenso
aber  auch  vorhandene  Lungentuberkulose  anzeigen.  Auf  die  Dauer  schwächen
sie,  was  man  besonders  bei  Neurasthenischen  beobachten  kann.  Beseitigung
der  Federbetten,  offene  Fenster  im  Schlafzimmer,  leichtes  Abendbrot,  kühle
Essigabwaschungen,  kühle  Genick=  und  Leibausschläge,  bei  Tage  Luftbäder,
bringen  bedeutende  Besserung.

LDachtwandeln,  Mondsucht,  Somnambulismus.  Es  gibt  Personen,

die  im  Schlafe  ein  lebhaftes  Traumleben  führen  und  während  eines  Traumzustandes,
  der  Teile  des  Gehirnes  in  Tätigkeit  versetzt,  sonderbare  Dinge
ausführen.  Da  helles  Mondlicht  auf  sie  besonders  einzuwirken  scheint,  nannte
man  sie  auch  Mondsüchtige.  Sie  verlassen  ihr  Lager,  ersteigen  Dächer
oder  Leitern,  kleiden  sich  an  und  aus,  ohne  aber  aus  dem  Schlafe  zu  er-Tie

  Frau  als  Hausärztin.  18