Nasenmassage  —  Nervenkrankhbeiten.  757

In  schweren  Fällen  wird  operatives  Eingreifen  nicht  zu  vermeiden  sein.  Eröffnung
  der  Oberkieferhöhlen  vom  Munde  aus  hat  oft  schon  Heilung  gebracht.

Dasenmassage.  Bei  allen  chronischen  Nasenleiden  handelt  es  sich
um  Schwellung  oder  Schwund  der  Nasenschleimhaut,  bei  welchen  die  Absonderungen,
  die  Schorfbildung,  Störungen  im  Geruchsvermögen  usw.  oft
sehr  unangenehm  werden.

Mit  Nasenduschen,  Inhalationen,  Dampfkompressen,  äußerer  Massage
erreicht  man  leider  in  vielen  Fällen  nur  wenig;  da  hat  denn  unter  anderen
Dr.  Lahmann  den  Versuch  gemacht,  durch  Vibration  der  Nasenschleimhaut
eine  Umstimmung  derselben  zu  erreichen.  Er  stellte  sich  eine  besondere  Nasensonde
  her  und  massiert  mit  dieser  das  Innere  der  Nase.  Dieses  Verfahren
ist  besonders  anfangs  sehr  empfindlich,  aber  meist  von  Blut  und  Eiterabzug
gefolgt,  worauf  große  Erleichterung  eintritt.  Man  massiert  höchstens  drei
Minnten  und  führt  mit  der  Sonde  feine  Schwingungen  aus,  indem  man  am
unteren  Ende  der  Nasengänge  damit  beginnt.  Beim  Stirnkopfschmerz,  Mundatmen
  (weil  die  Nasengänge  so  ost  verstopft  waren),  bei  Stinknase,  bei
chronischem  Schnupfen  u.  a.  hat  eine  solche  Massage  von  fünf  bis  sechs
Sitzungen  oft  überraschende  Erfolge  gehabt.  Leider  haben  wir  noch  sehr
wenig  Arzte,  welche  diese  feine  Massage  ausüben.  Bevor  man  eine  Nasenhöhle
  brennen  oder  ätzen  läßt,  sei  man  zuerst  bemüht,  eine  Massage  zu
versuchen.  In  den  meisten  Fällen  wird  sie  alle  Beschwerden  beseitigen.

Nelkenõl.  Die  Gewürznelken  enthalten  ein  ätherisches  Ol,  das  zum
Riechen  und  Einreiben  verwendet  wird.  Beruhigend  und  fäulniswidrig  wirkt
es  als  Zahneinlage  bei  kariösen  Zähnen.

Uervenkrankbeiten.  Man  muß  sie  je  nach  den  befallenen  Nerven
einteilen,  also  je  nachdem  sie  das  Empfindungs=  oder  Bewegungsgebiet  befallen.
Entzündungen,  Ausschwitzungen,  Empfindungslosigkeit,  heftige  Schmerzen  treten
an  Empfindungsnerven  auf,  Krämpfe  oder  Lähmung  an  den  Bewegungsnerven,
selbstredend  an  den  ihnen  zugehörenden  Muskelgruppen.  Wir  unterscheiden
demnach  eine  oft  sicht=  und  fühlbare  Nervenentzündung,  dann  die  sogenannten
Neuralgien,  die  keine  sichtbaren  Veränderungen  nach  sich  ziehen  und  dennoch
von  rasenden  Schmerzen  begleitet  sind,  und  das  Versagen  aller  Empfindungen
bei  gewissen  Hirn=  und  Rückenmarksleiden,  bei  Hysterie,  nach  liberanstrengung
einzelner  Körperstellen  usp.  Die  Ursachen,  die  an  anderen  Organen  Ent—
zündungen  hervorrufen,  können  auch  einmal  einzelne  Nervenpartien  tresfen;
man  lege  laue  Aufschläge  auf,  wirke  ableitend  und  halte  sich  ruhig,  die  Allgemeinbehandlung
  stets  im  Auge  behaltend.  Neuralgien  im  Gesichte,  an
den  Rippen,  im  Hüftnerv  und  an  anderen  Stellen  treten  bei  Säfteverderbnis,
Stoffwechselstörungen,  auch  im  Auschluß  an  Krebslrankheiten  auf  und  trotzen
oft  jedweder  Behandlung.  Die  Schmerzanfälle  sind  oft  so  heftige,  daß  sie  sogar
zum  Selbstmord  getrieben  haben.  Die  Schulmedizin  hat  versucht,  durch
Herausschneiden  des  erkranlten  Nervenastes  Hilse  zu  bringen,  was  leider