Ohrfeige  —  Onanie.  765

Obrfeige.  Man  hält  den  Schlag  ins  Gesicht,  die  Ohrfeige,  für  eine
harmlose  Sache  und  ist  Kindern  gegenüber  meist  sehr  freigebig  damit.  Mit
Unrecht!  Nicht  nur  ist  der  Schlag  ins  Gesicht  beschämender  als  der  auf  einen
anderen  Körperteil,  sondern  er  ist  auch  empfindlicher  und  erschüttert  die  edelsten
Teile  des  Kopfes.  Bei  schlechter  Beschaffenheit  der  Aderhäute  oder  bei  sonstigen
krankhaften  Störungen  im  Kopfe  wird  eine  Ohrfeige  sogar  gefährlich.  Blutungen,
Einreißung  des  Trommelfells,  dumpfe  Kopfschmerzen  usw.  sind  oft  die  Folgen
einer  Ohrfeige.  Man  trachte,  sie  bei  Kindern  durch  Schläge  auf  die  Hände,
besser  noch  durch  Strafen,  die  auf  Ehrgeiz  und  Gemüt  wirken,  zu  ersetzen;
denn  diese  sind  niemals  entehrend  und  niemals  körperlich  schädigend.

Obrlpeicheldrüse.  Fig.  434  stellt  sie  samt  ihrem  Ausführungsgange
vor.  Es  ist  dieselbe,  welche  bei  „Mumps“  so  bedeutend  anschwillt.  Auch
andere  Drüsen,  besonders  die  Unterkieferdrüse,  sind  auf  dem  Bilde  zu  sehen.

Onanie.  (Man  lese  über  das
Geschlechtsleben  im  siebenten  Kapitel
des  I.  Teiles  nach.)  Es  ist  besonders
für  Mütter  dringend  notwendig,  daß  sie
urteilsfähig  auf  diesem  Gebiete  werden,
um  ihre  heranwachsenden  Kinder  vor
diesen  traurigen  Verirrungen  zu  schützen.  Fig.  472.  Fig.  433.
Während  der  Entwicklungsjahre  hat  Apparate  zur  Verhütung  der  Onanie
die  Onanie  die  schlechtesten  Folgen,  für  Kuaben.  für  Mädchen.
weil  der  Organismus  noch  im  Wachstum
begriffen  ist;  ferner  wird  sie  um  so  gefährlicher,  je  schwächlicher  und  belasteter
  ein  Individuum  ist.  Übermäßige  Ernährung,  Fleisch  und  Alkohol
im  Vordergrund,  angeborene  Reizbarkeit  des  Nervensystems,  ein  zu  warmes
Bett  (Federn!),  schlechte  Luft  im  Schlafzimmer,  unvorsichtiges  Gebaren  der
Ehelente  in  Gegenwart  der  Kinder,  die  oft  mehr  beobachten,  als  man  sich
denkt,  Romanlesen,  Theater,  unzüchtige  Bilder  usw.  führen  zu  unwillkürlichen
Reizungen  der  Geschlechtsteile,  um  ein  gewisses  Wollustgefühl  zu  erzielen.
Bei  den  Knaben  führt  es  zur  Aufrichtung  des  Gliedes  (später  zu  Samenergießungen),
  bei  den  Mädchen  zu  einer  Blutüberfüllung  des  Genitalapparates
und  bei  beiden  zu  bedeutender  Nervenaufregung.

Die  häufige  „Frühreife“  der  Kinder  hängt  innig  mit  der  geschlechtlichen
Reizbarkeit  zusammen;  sie  kann  durch  eine  richtige  Erziehung  aber  auch
wesentlich  vermindert  werden.  Man  erziehe  Mädchen  und  Knaben  zu  wahrer
Züchtigkeit,  man  stelle  ihnen  Berührung  der  Geschlechtsteile  als  etwas  Verbotenes
  und  Häßliches  dar  und  halte  auf  einen  reinen  Ton  im  Hause.

Aus  so  geleitetem  Haus  gehen  dann  herzensreine  und  keusche  Menschen
hervor!  Bei  noch  unvernünftigen  Kindern  sehe  man  darauf,  daß  fie  nachts
die  Hände  immer  auf  der  Bettdecke  halten,  daß  sie  nicht  mit  vollem  Magen
zu  Bett  gehen.  Zuweilen  ist  es  nötig,  ihnen  sestgeschlossene  Säcke  aus  durch-