Ozaena  —  Packungen.  769

Ozaena  (siehe  Nasenkrankheiten)  ist  Stinknase.

Ozon.  Durch  elektrische  Einflüsse  entsteht  aus  Sauerstoff  Ozon.  Es
hat  eine  stark  fäulniswidrige  Wirkung  und  ist  reichlich  in  Wäldern  und  im
Gebirge  vorhanden.  In  der  Stadtluft  fehlt  es;  darum  ist  diese  so  wenig
erfrischend  und  gesund.  Man  versuchte  auch  „Ozonwasser“  herzustellen  und
dieses  bei  Wunden  und  Eiterungen  zu  verwenden.  Auch  läßt  man  bei
Schwindsucht  und  Blutarmut  Ozon  einatmen.  Sicher  wird  sich  die  Verwendung
  des  Ozons  in  verschiedenen  Formen  noch  weiter  entwickeln  und
Nutzen  bringen,  seine  Bindung  machte  bisher  große  Schwierigkeiten.

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Dackungen.  (Siehe  Tafel  Nr.  20.)  Man  spricht  von  „Packungen",
wenn  man  den  ganzen  Körper  oder  einzelne  Teile  in  Tücher  und  Decken
hüllt,  entweder  um  ihnen  Wärme  zu  entziehen,  oder  sie  zu  erhitzen,  eventuell
auch  Schweiß  zu  erzielen.  Man  nimmt  dazu  nasse  oder  trockene  Tücher
kalt  oder  lau;  man  packt  den  Kranken  darauf  entweder  fest  in  wollene  dicke
Decken,  oder  hüllt  ihn  nur  lose  ein.  Zur  Schweißerzengung  bedeckt  man  ihn
noch  mit  Federbetten  und  legt  ihm  Dampfkruken  an  (siehe  „Bettdampfbad").
Alle  geschlossenen  Packungen  haben  eine  beruhigende,  verteilende,  Blut  und
Wärme  zuführende  Wirkung  und  kommen  daher  bei  den  mannigfachsten  Leiden
zur  Anwendung.  Aufgeregte,  sehr  nervöse  oder  herzkranke  Personen  vertragen
  sie  jedoch  nur  kurze  Zeit  und  nicht  an  allen  Körperteilen  in  gleicher
Weise.  Ganzpackungen  darf  man  ihnen  gar  keine  geben.  Bei  Fieber  sind
die  kühlen,  losen  Dreiviertelpackungen  äußerst  wohltätig  und  müssen  mitunter
alle  halbe  Stunden  erneuert  werden,  um  Wärme  zu  entziehen.  Ohne  den
Kranken  anzustrengen,  schiebt  man  sie  ihm  unter  und  vermeidet  drückende  Falten,
spannende  Umhüllung.  Er  muß  sich  darin  bewegen  können,  damit  er  ruhig
darin  bleibt.  Wie  Fig.  343  bis  346  zeigt,  erhebt  man  ihn  nicht  zur  Entfernung
des  Tuches,  sondern  zieht  es  geschickt  unter  ihm  durch.  Für  erwachsene  Kranke
sind  zwei  Personen  zur  Ausführung  dieser  Pflege  nötig.  Zur  Einwicklung
lüftet  man  nur  das  Kreuz  ein  wenig  und  rollt  das  Tuch  zusammen,  so
daß  die  zweite  Hälfte  mit  einem  Ruck  unter  dem  Kranken  sich  befindet.
Ungeschicklichkeit,  Umständlichkeit  der  Krankenpfleger  sind  jedem  Kranken  die
größte  Pein!

Die  festen  erwärmenden  Packungen  müssen  überall  gut  anschließen  und
können  ein  bis  zwei  Stunden  liegen.  Die  Dampfkruken  werden  wie  Fig.  385
zeigt  angelegt.  Zufuhr  frischer  Luft  vergesse  man  niemals  bei  allen  Schwitzprozeduren;
  denn  es  werden  bei  kühler  und  reiner  Luft  alle  Art  Erhitzungen
viel  leichter  ertragen.  Nach  der  Auswicklung  muß  der  erhitzte  und  schweißbedeckte
Kranke  sofort  in  ein  Bad  kommen,  um  gereinigt  und  gekühlt  zu  werden.  Seine

Die  Frau  als  Hausärztin.  19