770  Parfüm  —  Pfefferminz.

Tomperatur  wird  je  nach  dem  Krankheitszustand  verordnet.  Nach  Teilpackungen,
  die  meist  über  Nacht  angelegt  werden,  macht  man  gerne  laue  oder
kalte  Teilwaschungen,  Güsse  oder  Ganzanwendungen;  ist  doch  der  Körper
morgens  aus  dem  Bette  heraus  besonders  empfänglich,  die  Haut  „aufgeschlossen“,
  das  Nervensystem  ausgeruht.  Unter  besonderen  Umständen  ist  aber
ein  trockenes  Abwischen  des  feuchten  Gliedes  eher  angezeigt,  z.  B.  wenn  man
die  Teilpackung  nachts  schon  abgelegt  hat.

Auch  Trockenpackungen  macht  man  zwecks  kräftiger  Schweißerzeugung.
Um  diese  zu  unterstützen,  gibt  man  voraus  ein  heißes  Vollbad,  läßt  wohl  noch
heiße  Zitronenlimonade  trinken  und  kann  dann  sicher  sein,  daß  der  Schweiß  in
den  trockenen  warmen  Decken  aus  allen  Poren  bricht.  Diese  Anwendungsform
wirkt  jedoch  mitunter  recht  erschöpfend.  Bei  schwächlichen  Personen  sei  man
überhaupt  recht  vorsichtig  mit  Packungen  und  hole  immer  erst  ärztlichen  Rat  ein.

Parfüm.  Wohlgerüche  sind  etwas  Schönes,  die  Sinne  Umschmeichelndes;
sie  gehören  zu  schönen  Menschen  in  schöner  Umgebung.  In  der  freien  Natur,
die  vom  Menschen  noch  nicht  verunreinigt  wurde,  sind  sie  reichlich  vorhanden.
Was  wir  in  den  Städten  aber  „Parfüm“  nennen,  das  ist  ein  künstliches,
flüchtiges  Ding,  das  die  Nerven  angreift,  wenn  es  nicht  sehr  maßvoll  gebraucht
wird  und  häufig  nur  die  Aufgabe  hat,  gesunde  Nasen  zu  betrügen,  indem
es  Gestank  aller  Art  verdecken  soll.  Wer  viel  lüftet,  duftende  Blumen  zieht,
viel  badet  und  durchlässige  Kleidung  trägt,  verfügt  über  natürliche  Wohlgerüche
  und  wird  auf  künstliche  Parfüms  verzichten.  Fehlt  es  aber  an
Blumen  und  grünen  Gewächsen,  dann  sei  Fichtennadelparfüm  für  die  Wohnräume,
  gelegentlich  etwas  Veilchenduft  ins  Taschentuch  usw.  schon  gestattet.
Niemals  aber  diene  Porfüm  zum  Verdecken  scharfer  Gerüche,  und  ernstlich  sei
vor  Moschus,  Patschuli  u.  a.  gewarnt,  die  von  reizsüchtigen  oder  hysterischen
Frauen  oft  sehr  geliebt  werden,  während  diese  von  richtiger  Lüftung  keine
Ahnung  haben.  Zuerst  umfassende  Reinlichkeit,  beständige  Lufternenuerung,
dann  erst  Parfüms!

Pepton.  Die  Eiweißkörper,  die  durch  die  Tätigkeit  der  Magenflüssigkeit
  zur  Lösung  gebracht  werden,  heißen  Peptone.  Man  stellt  sie
auch  künstlich  her  und  mischt  sie  mit  anderen  Nahrungsstoffen,  um  Kranken
die  Verdauungsarbeit  zu  erleichtern.  Es  gibt  eine  Eisenpeptonat-Essenz,
einen  peptonisierten  Zwieback  und  anderes  mehr.  Sie  sollen  mitunter  Durchfall
  erzeugen.

Periode.  Siehe  unter  „Menstruation“.

Pfefferminz.  Das  Pfefferminzöl  wirkt  fäulniswidrig  und  erregend
auf  die  Schleimhäute.  Es  wird  gegen  Übelkeiten,  Blähungen,  Leibschmerzen
gern  genommen,  schadet  meist  nicht,  hilft  aber  oft  nur  wenig.  Als  Mundwasser
  zu  häufig  benützt,  kann  es  schließlich  erschlaffend  auf  das  Zahnfleisch
wirken  und  dieses  schädigen.  Man  sei  also  auch  damit  maßvoll.