Pyämie  —  Quellwasser.  775

Blutwelle  hebt  die  Adern  und  erzeugt  jene  Bewegung,  die  wir  „Puls“  nennen.
Er  ist  je  nach  der  Stärke  der  Herzarbeit,  der  Beschaffenheit  der  Gefäßwände
und  der  Blutmenge  verschieden;  er  kann  uns  daher  über  verschiedene  Zustände
unseres  Körpers  Aufschluß  geben.  Am  besten  fühlt  man  ihn,  wo  die  Gefäß—
röhre  eine  harte  Unterlage  hat  und  nicht  allzusehr  von  Fettgewebe  eingehüllt
ist.  Dies  ist  oberhalb  des  Handgelenkes  der  Fall,  wo  die  sogenannte
Speichenschlagader  ziemlich  freiliegt  und  leicht  gefunden  werden  kann.  Man
taste  sie  mit  den  Fingerspitzen  der  drei  Mittelfinger  ab,  nicht  mit  dem
Daumen,  da  dieser  eigenen  Puls  hat.  Die  Zahl  der  Pulsschläge  beträgt
bei  Gesunden  60  bis  80,  bei  der  Frau  mehr  als  beim  Mann,  da  sie  lebhafter
und  beweglicher  ist,  beim  Kinde  aber  mehr  als  bei  ihr  aus  denselben  Gründen.
Weniger  oder  mehr  ist  meist  krankhaft.  Es  ist  gut,  wenn  sich  Mütter
einüben,  öfter  den  Puls  ihrer  Kleinen  zu  fühlen,  damit  sie  Veränderungen
erkennen  lernen.

Pyãmie  ist  der  übertritt  des  Eiters  ins  Blut,  das  sogenannte  Eiterfieber.
  Es  kann  nach  Vereiterung  großer  Wunden  und  im  Kindbett  entstehen
  und  führt  meist  zum  Tode.  Bei  mangelhafter  Spitalbehandlung  sind
oft  Tausende  von  verwundeten  Soldaten  und  ebensolche  Tausende  von  Frauen
nach  einer  Entbindung  an  Pyämie  zugrunde  gegangen.  Die  moderne  Wundbehandlung
  jedoch  weiß  so  schweren  Gefahren  vorzubeugen.  (Siehe  Eiterfieber.)

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Quecksilber.  Wie  kein  anderes  Metall  wird  von  der  alten  Schulmedizin
  das  Qrecksilber  geschätzt  und  angewendet.  Seit  neuerer  Zeit  mehren
sich  jedoch  die  Stimmen  unter  den  Arzten,  welche  gegen  das  Qruecksilber
zeugen.  Zahlreiche  vorurteilsfreie  Beobachtungen  haben  erwiesen,  daß  es
schwere  Vergiftungserscheinungen  im  Körper  verursacht  und  daß  diese  mitunter
ernster  sind  als  die  ursprüngliche  Krankheit,  welche  damit  geheilt  werden  sollte.
Am  umfangreichsten  kam  es  gegen  Syphilis  in  Anwendung.  Mit  dem  Fortschreiten
  der  physikalisch-diätetischen  Heilmethoden  aber  mehren  sich  auch  die
Erfolge,  die  man  gegen  Syphilis  ohne  QOuecksilber  erzielt,  und  so  wird  es
aus  seiner  unglückbringenden  Stellung  hoffentlich  bald  verdrängt  sein.  Seine
bekanntesten  Verbindungen  sind  die  mit  Chlor,  das  ist  das  Kalomel  und
das  Sublimat.  Beide  wurden  in  unverantwortlicher  Weise  zu  Heilzwecken
angewendet,  haben  furchtbare  Vergiftungen  bewirkt,  sind  aber  jetzt,  dank  der
zunehmenden  Aufklärung,  von  milderen  Mitteln  beinahe  vollständig  verdrängt.
Wir  warnen  unsere  Leserinnen,  an  sich  oder  den  Ihrigen  je  Quecksilber
anwenden  zu  lassen!  «

Quellwässek.NichtsHerrlicheresalsfrischesQnellwasserlNichts
Genußvolleres  als  ein  gesunder  Durst  nach  einer  Bergtour  im  warmen