776  Quendel  —  Radium.

Sonnenschein  und  ein  Labetrunk  im  kühlen  Walde  am  sprudelnden  Quell.
Wie  selten  kommt  man  dazu,  und  wie  viele  Menschen  lagern  sich  wohl  an
der  erfrischenden  Quelle,  aber  nur  —  um  Bierflaschen  zu  kühlen,  um  Bierflaschen
  zu  leeren.  Wirtshäuser  mit  wüstem  Lärm,  Biertempel  erstehen  wohl
auch  im  lauschigsten  Wald;  die  nahe  Quelle,  die  uns  das  köstlichste  Naß
spendet,  liegt  still  und  vereinsamt  da.  Das  ist  eine  böse  Entwicklung  der
Dinge,  die  sich  an  der  leiblichen  und  seelischen  Gesundheit  der  Menschen  furchtbar
rächt.  Darum,  ihr  Mütter,  erzieht  den  Sinn  eurer  Kinder  nach  Wald  und
Quelle,  nach  Einfachheit  und  Natur  und  lehrt  sie,  Wirtshäuser  zu  scheuen!

Quencdel.  Dieser  heißt  auch  Feldkümmel  und  wird  zu  Kräuterbädern
oder  Kräuterdämpfen  verwendet.  Er  hat  eine  erregende  Wirkung  auf  die
Haut  und  ist  daher  nur  bei  gewissen  Zuständen  angezeigt.

Quetschungen.  Durch  Druck,  Schlag,  Stoß  entstehen  Verschiebungen
und  Zerreißungen  der  Gewebe  unter  der  Haut;  das  ausgetretene  Blut  bewirkt
die  allmähliche  Verfärbung  und  die  bekannte  Beule.  Kinder  mit  zarten
Geweben  bekommen  sehr  rasch  Beulen.  Man  massiere  sie  sanft  nach  allen
Seiten  und  mache  kalte  Aufschläge,  wodurch  sehr  rasch  Besserung  eintritt.

Quitte.  Die  Früchte  der  Quitte  sind  apfelartig,  sehr  herb,  aber  zur
Herstellung  von  Kompotten  oder  sogenanntem  Quittenbrot  gut  verwendbar.

RK.

Rachenkrankheiten.  Zu  den  häufigsten  gehört  der  Rachenkatarrh.
  Rauchen,  Alkoholgenuß,  vieles  Sprechen,  Erkältungen  bei  vorhandenen
  Stoffwechselstörungen  veranlassen  ihn;  seine  Heilung  wird  durch
Vermeidung  aller  Schädlichkeiten,  durch  Heißwasserbehandlung,  kalte  Halsaufschläge,
  laue  Gurgelung,  kalte  Wadenpackung,  Vermeidung  scharfer  Speisen
erzielt.  (Siehe  Tafel  Nr.  18.)  Dampfeinatmungen,  täglich  10  Minuten,  sind
meist  sehr  wohltätig,  darnach  kühle  Gurgelungen  und  Nackenguß  von  20°  C.
In  hartnäckigen  Fällen  suche  man  reine  Waldluft  auf,  spreche  recht  wenig
und  sorge  durch  Taulaufen,  Knieguß,  Schweißerzeugung  durch  Bergsteigen  für
Ableitung  und  kräftige  Hauttätigkeit.  Wer  aber  das  Rauchen  nicht  lassen
kann,  seine  Zigarre  nicht  entbehren  will,  der  wird  auch  seinen  alten  Rachenkatarrh
  immer  wieder  kriegen.

Radfahren.  Man  lese  im  I.  Teil  über  „Ruhe  und  Bewegung"“  nach
und  was  über  Sport  gesagt  ist.  Hier  sei  nur  wiederholt,  daß  es,  mäßig  betrieben,
für  Gesunde  unschädlich  ist.  In  anderen  Fällen  ist  es  strenge  zu  verbieten.

Radium.  Seine  Entdeckung  hat  neue  Ausblicke  eröffnet.  Es  ist  ein
strahlendes  Metall,  das  bisher  nur  an  wenigen  Orten  gefunden  wird  und