780  Rippenfellentzündung  —  Rückenmarkskrankheiten.

Man  lasse  nicht  monatelang  Reißen  da  und  dort  bestehen,  ohne  etwas
dagegen  zu  tun;  denn  jede  beginnende  Krankheit  ist  leichter  zu  heilen  als
eine  schon  tief  eingewurzelte.

Rippenfellentzündlung.  Siehe  „Brustfellentzündung“.

Rizinus  Sl.  Es  wird  zu  den  milden  Abführmitteln  gerechnet,  und
da  es  den  Darm  nicht  reizt,  wird  es  Wöchnerinnen  verordnet.  Wir  wenden
es  auch  für  diese  nicht  gern  an  und  kommen  auf  anderem  Wege  zum  Ziel.
(Siehe  II.  Teil.)  Empfindlichen  Personen  ist  sein  Geschmack  so  ekelerregend,
daß  es  auch  als  Brechmittel  für  sie  gelten  kann.

Robleicke.  Die  ungezwirnte  Seide  ist  weich  und  hält  Feuchtigkeit  lange
an.  Man  nimmt  sie  daher  gerne  zu  Aufschlägen  und  Packungen.  Sie  hat  nur
den  einen  Übelstand,  daß  sie  üble  Gerüche  auch  gerne  festhält.  Man  brühe  sie
daher  öfters  mit  heißem  Wasser  und  hänge  sie  an  die  Luft  und  in  die  Sonne.
Auf  der  Haut  ist  sie  viel  angenehmer  als  Leinen  oder  Baumwollstoffe  und
daher  für  empfindliche  Kranke  besonders  angezeigt.  Um  Nervenausstrahlungen
vom  Kopfe  abzuhalten,  wird  bei  Schlaflosigkeit  und  Nervenschwäche  empfohlen,
nachts  eine  Haube  von  Rohseide  aufzusetzen.  Man  versuche  dieses  unschuldige
Mittel!  Wem  sie  zu  heiß  wird,  der  wirft  sie  beizeiten  schon  wieder  ab.

Römische  Bäcker.  Man  badet  in  heißer  trockener  Luft,  welche
Badeform  weniger  angreifend  wirkt  als  die  russischen  Dampfbäder.
Unser  Heißluftbad  ist  aber  vorteilhafter,  weil  es  den  Kopf  frei  läßt  und  daher
Einatmung  kühler  Luft  gestattet.  Es  bleiben  dann  Erregungszustände  aus.

Rotlauf.  Er  wird  auch  „Rose“  oder  „Erysipel“  genannt  und  besteht
in  einer  oft  mit  Fieber  verbundenen  Hautentzündung,  die  Schwellung,  Spannung
  und  ein  allgemeines  Krankheitsgefühl  erzengt.  Die  Schulmedizin
rechnet  sie  zu  den  Infektionskrankheiten  und  sucht  einen  besonderen  Pilz  als
Krankheitserreger  nachzuweisen.  Die  Gesichtsrose  ist  die  häufigste  und  stellt
sich  gerne  bei  wunder  oder  entzündeter  Nase  ein.  Daß  ein  gestörter  oder
krankhafter  Stoffwechsel  besondere  Veranlagung  dazu  schafft,  ist  sicher;  ebenso  ist
es  bekannt,  daß  die  Gesichtsrose  besonders  bei  Trinkern  zum  Tode  führt.  Auch
skrofulöse  Mädchen  leiden  oft  an  leichter,  einseitiger  Gesichtsrose.

Behandlung.  Kalte  ableitende  Packungen  und  kühle  örtliche  Aufschläge
(26°  C.),  kühle  Klystiere,  Obstdiät  fürs  erste,  dann,  wenn  Fieber  und  Schwellung
nachgelassen  haben,  warme  Vollbäder,  auch  Bettdampfbäder.  Ausspülungen  der
Nase  mit  warmem  Wasser  müssen  bei  Gesichtsrose  täglich  gemacht  werden.  Bei
älteren  Leuten  ist  sie  gefährlich  und  bedarf  sorgfältiger  ärztlicher  Behandlung.
Bei  kleinen  Rissen  an  den  Nasenlöchern,  von  welchen  aus  die  Entzündung
meist  beginnt,  wende  man  Mandelöl  oder  Cold-Cream  fleißig  an  und  gehe
bei  windigem  Wetter  nicht  aus.

Rüchkenmarkskrankheiten.  Sie  sind  noch  nicht  vollständig  erkannt;
  ihre  Erscheinungen  sind  Reizung  oder  Lähmung,  die  sich  entweder  durch