Salzbäder  —  Santonin.  783

Salzbãder.  Siehe  „Kochsalzwässer“.

„Salzfässer“  und  ihre  Bekämpfung.  Die  Gruben  über  dem  Schlüsselbein,
  die  bei  mageren  Personen  stark  hervortreten  und  der  Schmerz  junger
Balldamen  sind,  werden  ironisch  als  „Salzfässer“  bezeichnet.  Etwas  mehr
Fettansammlung  unter  der  Haut  würden  sie  zum  Verschwinden  bringen;  allein
dies  läßt  sich  nicht  so  einfach  bestellen.  Da  sind  dann  die  findigen  Amerikaner
darauf  gekommen,  daß  durch  Übung  gewisser  Brustmuskeln  eine  teilweise
Füllung  der  Gruben  erzielt  werden  kann.  Man  zieht  die  Achseln  in  die
Höhe,  rollt  sie  nach  hinten  und  nach  vorne  und  führt  diese  Übung  langsam
und  mit  Aufmerksamkeit  bis  zur  Ermüdung  10  oder  20  mal  durch.

Salzfluß.  Bei  Stoffwechselstörungen,  Gemütserregungen,  wohl  auch
durch  noch  nicht  aufgeklärte  Vorgänge  in  der  Gebärmutter  infolge  sexueller
Erregungen  tritt  an  den  Unterschenkeln  eine  Hautentzündung  mit  beißenden,
nässenden  Absonderungen  ein,  die  wochenlang  bestehen  und  heftiges  Brennen
verursachen  kann.  Häufige  Sitzbäder,  milde  Kost,  tägliche  Beinbäder  von
35°  C.  ohne  Abkühlung,  darnach  Einstäubung  mit  Reispuder,  auch  weiche
Lappen,  mit  Lanolin  oder  Mandelöl  getränkt,  bringen  bedeutende  Erleichterung
und  führen  allmählich  zur  Heilung.

Samenfluß.  Durch  Erschlaffung  der  Muskeln  der  Samenausführungsgänge
  beim  Manne,  nicht  minder  bei  allgemeiner  Nervenschwäche  finden  bei
Tag  oder  Nacht  unwillkürliche  Samenabgänge  statt,  welche  sehr  schwächen.
Nur  durch  sorgfältige  seelische  und  körperliche  Behandlung  läßt  sich  Heilung
erzielen.  Wenn  Mütter  in  der  Wäsche  ihrer  Söhne  Flecken  finden,  wenn
ihr  Aussehen  ein  schlechtes  ist,  dann  müssen  sie  es  zu  einer  Aussprache  mit
dem  Sohne  bringen  und  ihn  einem  vertrauenswürdigen  Arzt  übergeben.  Zur
rechten  Zeit  eingegriffen,  lassen  sich  üble  Folgen  noch  verhüten!

Sandbäcker.  Von  altersher  schon  waren  Sandbäder  im  Gebrauch.
Man  lege  kranke  Glieder,  wohl  auch  den  ganzen  Menschen  in  warmen  Sand
(am  besten  von  der  Sonne  erwärmt)  und  gebe  nachher  ein  reinigendes  Wasserbad.

Gegen  Rheumatismus  und  Gicht  haben  sie  sich  vortrefflich  bewährt.
Teils  ist  es  die  gleichmäßige  Wärme,  teils  der  mechanische  Reiz,  welchen  die
Sandteilchen  auf  die  empfindliche  Haut  ausüben  und  denen  man  die  gute
Wirkung  zuschreiben  muß.  Blutarme  skrofulöse  Kinder  barfuß  im  warmen
Sande  spielen  zu  lassen,  ist  ein  vortreffliches  Heil=  und  Kräftigungsmittel,  das
instinktiv  oft  Anwendung  findet  und  besonders  die  Kinderherzen  mit  Entzücken
erfüllt.  Auf  keinem  Kinderspielplatz  fehle  der  Sandhaufen!

Santonin.  Dies  ist  ein  wirksames  Wurmmittel,  das  man  Kindern
gerne  gibt,  wenn  Kürbiskerne,  rohe  Möhren,  Johannisbeeren  und  andere  nicht
genügen,  um  vorhandene  Würmer  abzutreiben.  Man  gibt  als  Zeltchen  von
Zucker  oder  Schokolade  drei  bis  zehn  Zentigramm  Santonin,  worauf  die
Wirkung  nicht  ausbleibt.  Eine  besondere  Diät  ist  dann  notwendig,  um