792  Schmerzstillung  —  Schnupfen.

trinken,  Bauchmassage,  auch  eine  energische  geistige  Ablenkung,  z.  B.  ein
kleiner  Schreck,  kalter  Magenguß,  wirken  hemmend  ein.  Sind  Verdauungsstörungen
  die  Ursache,  wie  sehr  häufig,  dann  heißt  es,  auf  das  Essen  ein
wenig  zu  achten  und  den  Magen  zu  schonen.

Schmerzstillung.  Gibt  es  schmerzstillende  Mittel  außer  Morphium,
Chloralhydrat  und  ähnlichen?  Gewiß  gibt  es  solche,  die  den  großen  Vorteil
haben,  daß  sie  den  Organismus  in  keiner  Weise  schädigen.  Das  sind  warme
oder  kühle  Aufschläge,  warme  Vollbäder,  kalte  Güsse,  Massage,  Dampf=  oder
feuchtwarme  Packungen,  Handauflegen  (sog.  Lebensmagnetismus),  Pflanzenauszüge,
  wie  Kamillen  und  Baldrian  usw.  Ihre  Anwendung  sollte  in  jedem
Hause  bekannt  sein,  damit  bei  plötzlich  eintretenden  Schmerzen  bei  einem
Familienmitglied  sofort  Hilfe  vorhanden  ist.  Es  dürfen  zu  diesem  Zwecke
weder  eine  Rumpfbadewanne  noch  eine  Bauchflasche  oder  Packungen  im
Hause  fehlen,  und  die  Mutter  muß  in  Hilfeleistungen  geübt  sein.  (Siehe
unseren  dritten  Zwischenkarton!)

Schnarchen.  Eine  böse  Sachel  Macht  den  arglosen  Schläfer  zum
gefürchteten  Störenfried  und  raubt  den  Nachbarn  die  so  nötige  Nachtruhe.
Es  entsteht  durch  geöffneten  Mund  bei  erschlafftem  Gaumensegel,  in  Rückenlage,
bei  verstopfter  Nase,  überfüllten  Verdauungsorganen,  im  Alkoholrausch.
Wechsel  der  Lage  bringt  sofort  Besserung,  Entleerung  des  Darmes  und  der
Blase,  Behandlung  der  Nase,  Zufuhr  frischer  Luft  während  der  Nacht,  kalte
Bauchwickel  und  in  äußersten  Fällen  Befestigung  des  Unterkiefers  durch  eine
schmale  Binde.  Auch  ein  wenig  Übung  des  Willens  kann  günstig  einwirken.

Schnupfen.  Es  ist  der  akute  Nasenkatarrh,  der  mit  Hitze  im  Kopfe
und  meist  ganz  plötzlich  sich  steigerndem  Ausfluß  aus  der  Nase  beginnt.
Allgemeine  Abgeschlagenheit,  Fieber,  Appetitlosigkeit,  zuweilen  auch  Durchfall
sind  häufige  Begleiterscheinungen.  Erkranken  auch  der  Hals  oder  die  Luftröhre,
  dann  hat  man  es  oft  nicht  mehr  mit  einfachem  Schnupfen,  sondern
mit  „Influenza“  zu  tun.  Gegen  ersteren  lege  man  nachts  eine  Rumpfpackung
mit  Wärmflaschen  an,  mache  wiederholt  heiße  Beinbäder  von  40°%  C.,  bade
öfter  am  Tage  Nase  und  Mund,  damit  der  herabrinnende  Schleim  sie  nicht
wund  mache,  und  schmiere  die  geröteten  und  brennenden  Stellen  mit  Cold-cream
oder  Vaselin  ein.  Bei  kaltem  oder  windigem  Wetter  gehe  man  nicht  aus
und  sorge  lieber  für  gleichmäßige  Temperatur.  Heiße  oder  staubige  Luft
vermeide  man,  ebenso  erhitzende  Kost.  Kühle  Zitronenlimonade  ist  das  angenehmste
  Getränk  für  den  oft  quälenden  Durst,  frische  Früchte  sind  die
beste  Nahrung.  Nach  Ablauf  der  hitzigen  Erscheinungen  ist  ein  Heißluftbad,
das  den  Schweiß  aus  allen  Poren  zieht,  mit  nachfolgendem  Halbbad  sehr
wohltätig.  Ausspritzungen  der  Nase  mit  Boraxlösung  wirken  sehr  erleichternd
  und  reinigend.  (Siehe  Grippe  und  Jufluenza.)  Auch  GElgyzerin-Einschnupfung
  wird  als  sehr  wirksam  empsohlen  und,  wenn  man  beginnende
Mandelschwellung  sühlt,  der  Genuß  einiger  Formamint-Tabletten.