Schwämmchen  —  Schweiß.  795

Wirkung  für  das  Gehirn  sind,  mit  kalten  Schenkelgüssen,  Barfußlaufen,  Luftbädern,
  Waldaufenthalt,  kleinen  praktischen  Arbeiten,  um  die  Sinne  zu  üben
(Sandschaufeln,  Unkraut  jäten,  Schutt  abfahren,  Gemüse  reinigen,  Obst  auslesen,
  Wasser  schöpfen  und  anderes  mehr).  Skrofulose,  Verdauungsschwäche,
Jähzorn  usw.  sind  oft  mit  Schwachsinn  verbunden.  Geschwächte  Erwachsene
aber  verlangen  eine  ganz  andere  Behandlung.

Schwämmehen,  Soor,  Mehlmund  (siehe  II.  Teil  Seite  380.)
Schwangerschaft.  Siehe  II.  Teil.

Schwarzer  Star.  Siehe  unter  „Augenkrankheiten“.
Schwecische  Deilgymnastik.  Siehe  „Heilgymnastik“.

Schwefel.  Er  war  früher  ein  sehr  angesehenes  Heilmittel;  jetzt
gebraucht  man  ihn  nur  äußerlich,  als  Schwefelbad  und  Schwefelsalbe.
Beide  sind  von  entschiedener  Wirkung  bei  Ausschlagskrankheiten,
  bei  Gicht  und  Knochenleiden,  wenn  auch  ihre
Wirkung  wissenschaftlich  noch  nicht  festgestellt  ist.  In
verzweifelten  Fällen,  wenn  alles  versagt,  würden  wir
keinem  Kranken  abraten,  auch  einmal  warme  Schwefelbäder,
  wie  sie  natürlich  aus  dem  Erdboden  gquellen,  zu
versuchen.  Bei  hartnäckiger  Schuppenflechte,  wenn  die
roten  Stellen  auch  in  das  Gesicht  einzudringen  drohen,
bringt  oft  nur  eine  Schwefelsalbe  Hilfe,  indem  mehrmaliges

  Einreiben  mit  dieser  den  entstellenden  Ausschlag  Fig.  439.
vertreibt  und  die  Gesichtshaut  rein  erhält.  Eine  aus-  Windungen  einer
.  Schweißdrüse

gebreitete  Anwendung  der  Schwefelsalbe  in  solchen  Fällen  zwischen  Blutgefäßen.
raten  wir  aber  nicht  an,  da  die  Durchtränkung  der  Haut

mit  einem  solchen  Fremdkörper  der  Gesundheit  unmöglich  förderlich  sein  kann.
Auch  Hensel  hat  den  Schwefel  wieder  zu  Ehren  gebracht  und  nachgewiesen,
daß  er  zur  Befestigung  unserer  Sehnen  und  Bänder,  zum  Haarwachstum  usw.
unentbehrlich  sei.  Mit  Kieselsäure  gemischt  hat  er  vielen  Geschwächten
tatsächlich  sehr  gute  Dienste  geleistet.

Schweiß.  Unsere  Haut  ist,  wie  die  der  pflanzenfressenden  Tiere,
mit  Hunderttausenden  von  kleinen  Knäueldrüsen  versehen,  deren  Ausführungsgang
  als  „Hautpore“  an  der  Hautoberfläche  sichtbar  wird.  Wie  Fig.  439
darstellt,  sind  diese  Drüschen  von  einem  feinen,  aber  dichten  Blutgefäßnetz
umsponnen,  welche  Wasser  und  die  in  ihm  aufgelösten  Stoffe  der  Drüse
abgeben.  Und  so  wird  es  möglich,  daß  Bestandteile  der  Nahrung,  ebenso
wie  krankhafte  Stoffwechselprodukte  durch  Vermittlung  der  Blutbahn  im
Schweiße  wieder  hervortreten  und  wir  daher  in  den  Stand  gesetzt  sind,  bei
einiger  Kenntnis  nach  den  Eigentümlichkeiten  des  Schweißes  auf  die  Beschaffenheit
  der  Gesundheit  und  der  Nahrung  zu  schließen.  Geruch  und
Farbe  des  Schweißes  sind  leicht  zu  erkennen.  Da  die  Haut  nicht  minder