Sonnenstich  —  Soxhletapparat.  803

um  Erregungszuständen  des  Gehirns  vorzubeugen,  und  empfehlen  gleiche  Einrichtung
  allen  sich  Sonnenden.  Unter  Umständen  müssen  sogar  kalte  Kopfaufschläge
  gemacht  werden,  um  zu  großer  Erhitzung  vorzubengen.  Auch  Herzklopfen
  tritt  gern  auf  und  wird  durch  Aufsuchen  des  Schattens  und  kalte
Herzkompressen  oder  durch  „Wassertreten“  bekämpft.  Ansonnung  erfolgt  abwechselnd
  in  Bauch-,  Rücken=  und  Seitenlage.  Nach  Ausbruch  des
Schweißes  in  der  Packung  nimmt  man  eine  Dusche  mit  von  der  Sonne  angewärmtem
  Wasser,  das  meist  26°  C.  bis  30  C.  erreicht;  wer  stärkere  Abkühlung
  braucht,  nimmt  einen  Vollguß  oder  wenigstens  Schenkelguß  von  naturkaltem
Wasser,  das  natürlich  stärker  wirkt.  Ein  Luftbad  im  Schatten  hinterher,  auch  ein
langsamer  Spaziergang  in  leichter  Kleidung  führen  bald  zum  Normalzustand
zurück.  —  Die  üblichen  Sonnenbäder  auf  Dächern,  mit  harten  Brettern  an  den
Wänden  und  am  Boden,  befürworten  wir  nicht;  sie  werfen  die  Sonnenstrahlen
in  nnangenehmer  Weise  zurück,  machen  den  Baderaum  oft  unerträglich  heiß
und  den  Aufenthalt  keineswegs  genußvoll.  Lagerstätten  im  Freien,  von  Grün
umgeben,  windgeschützt,  sind  dagegen  genußvoll  und  lange  nicht  so  erregend.
Wer  einen  „Lustpark“  hat,  kann  sich  darin  auch  ein  Fleckchen  für  das  Sonnenbad
  einrichten.  Doch  müssen  wir  hier  hinzufügen,  daß  unsere  Tafel  Nr.  26
ein  IJdeal-Sonnenbad  vorstellt,  wie  es  sich  kaum  irgendwo  vorfindet  und
daß  der  Künstler,  dem  wir  das  hübsche  Bild  verdanken,  auf  das  berechtigte
Zartgefühl  der  badenden  Frauen  weniger  Rücksicht  nahm  und  die  verschiebbaren
  Zwischenwände,  die  wir  zum  Schutze  der  Kranken  besonders  befürworten,
aus  technischen  Gründen  darzustellen  vermied.  Unzweifelhaft  ist  jedoch  unser
„Sonnenbad“  in  jeder  Hinsicht  schöner  als  die  üblichen,  wie  sie  eft  in  anderen
Werken  nüchtern  dargestellt  sind.

Sonnenstich,  siehe  „Hitzschlag"“.

Soor,  siehe  unter  „Schwämmchen“.

Sorbletapparat.  Genauere  Untersuchungen  haben  ergeben,  daß  die
Kuhmilch,  welche  den  Einflüssen  der  Luft  ausgesetzt  ist,  sehr  reich  an  Keimen
aller  Art  wird  und  dem  äußerst  empfindlichen  Darmkanal  des  Säuglings
daher  Schaden  zufügt;  ist  doch  die  Muttermilch,  die  aus  der  mütterlichen
Brust  direkt  in  den  Mund  des  Kindes  fließt,  keimfrei.  Man  hat  daher  einen
Apparat  konstruiert,  der  es  ermöglicht,  auch  die  gewärmte  Kuhmilch  dem
Kinde  fast  keimfrei  zu  vermitteln,  wodurch  bei  vielen  „Flaschenkindern“  tatsächlich
  Besserung  des  Allgemeinzustandes  erzielt  wird.  Man  füllt  mehrere
Flaschen  mit  100  bis  200  Gramm  Milch  und  läßt  diese  wohlverschlossen
zwanzig  Minuten  im  Wasserbad  kochen,  dann  stellt  man  die  Flasche  an  einen
kühlen  Ort  und  öffnet  sie  erst  unmittelbar  vor  dem  Gebrauch.  Ausgekühlte
uneröffnete  Flaschen  erwärmt  man  in  Wasser  von  50°"  C.  Sanghütchen
werden  sorgfältig  gereinigt  und  dürfen  niemals  mit  Milch  beschmutzt  liegen
gelassen  werden.  Die  abgekochte  Milch  ist  dann  allerdings  keimfrei,  allein

sie  ist  auch  schwerer  verdaulich  geworden  und  wird  von  sehr  schwächlichen
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