806  Stinknase  —  Stuhlverstopfung.

Krankheit  und  schlechte  Ernährung  sind  die  häufigste  Ursache,  auch  Nervenreiz
durch  Eingeweidewürmer.

Behandlung.  Man  öffne  rasch  die  Kleider,  bespritze  die  Brust  mit
kaltem  Wasser,  stecke  die  Beinchen  in  heißes  Wasser,  und  drücke  mit  dem
Zeigefinger  den  Zungenrand  nieder,  wodurch  leichter  Luft  in  den  Kehlkopf
eindringen  kann.  Die  Behandlung  der  Grundursache  ist  dann  unsere  Hauptaufgabe,
  darunter  Herbeiführung  regelmäßiger  Darmentleerungen  und  Beseitigung
  etwaiger  Darmschmarotzer  (Würmer).  Mit  zunehmendem  Alter
nehmen  die  Anfälle  ab.  Zur  Warnung  diene,  daß  auch  Kinder  von  Trinkern
oft  an  Stimmritzenkrampf  leiden.

Stinknase  (Ozaena).  Siehe  unter  „Nasenkatarrh".

Stottern.  Dieses  unangenehme  übel  ist  auch  unter  Frauen  nicht
gar  zu  selten.  Nicht  organische  Fehler  sind  seine  gewöhnliche  Ursache,  sondern
Störungen  auf  nervösem  Gebiete,  Unterbrechung  des  richtigen  Atmens,  Krampfzustände,
  Hemmungen,  mangelnde  Willensstärke.  Daher  erreicht  man  durch
Sprachübungen  und  eine  gewisse  Atemgymnastik  sehr  viel  bei  Stotterern.
Auch  Stärkung  ihres  Selbstvertrauens,  Ubung  in  Selbstbeherrschung  verhelfen
wesentlich  zum  Ziele.  Besonders  für  Kinder  suche  man  zeitig  die  Hilfe
von  Spezialisten,  weil  gute  und  wiederholte  Kuren  bei  diesen  den  Fehler,
der  die  ganze  spätere  Lebensstellung  beeinflussen  kann,  noch  vollständig  beseitigen
  können.

Stublverstopfung.  (Siehe  „Hartleibigkeit“.)  Wenn  der  Stuhlgang
versagt  und  sehr  hart  ist  und  seine  Entleerung  daher  sehr  schwierig  wird,
so  ist  energisches  Eingreifen  notwendig.  Die  Zurückhaltung  der  zur  Ausscheidung
  bestimmten  Massen  führt  zur  Bildung  von  Darmgasen  und  Anhäufung
  von  Selbstgiften,  die  oft  den  Grund  zu  den  verschiedensten  Übeln  legen,
deren  Entstehung  man  gewöhnlich  nicht  im  Darme  sucht.  Dazu  gehören
zahlreiche  Nervenleiden,  Augen=  und  Zahnkrankheiten,  Kopfschmerzen,  Gemütsdruck
  usw.  .  Bei  Franen  führen  diese  Zustände  überdies  noch  zur  Bildung
von  Gewächsen  im  Becken,  weil  Stuhlverstopfung  oft  mit  träger  Blutversorgung
  des  Darmes,  mit  Blutstauungen  im  Becken  zusammenhängt  und
mitunter  ein  Jahrzehnt  lang  unbehandelt  bleibt.  Kalte  Füße  sind  die  häufigsten
Begleiterscheinungen  der  Stuhlverstopfung.

Verstopfung  kann  durch  Lähmung  des  Darmes,  durch  Krampfzustände,
durch  Verengung  des  Darmrohres,  durch  nervöse  Schwäche,  Trockenheit  der
Darmdrüsen  uusw.  entstehen  und  zu  achttägigen  oder  längeren  Stuhlverhaltungen
  führen.

Behandlung.  Man  seielle  zuerst  besondere  Ursachen  fest  und  sorge
dann  für  Beförderunz  des  Stoffwechsels  und  der  Zirkulation  durch  Bauchmassage,
  Gymnastir  (siehe  Fig.  386  und  387),  Rumpfbengen,  zwanzigmal
  nacheinander  ausgeführt,  ferner  für  tägliche  Sitzbäder  mit  kräftiger
Abkühlung  und  von  nicht  zu  langer  Dauer.  Je  nach  dem  Allgemeinzustand