Thermen  —  Thermometer.  813

Augen  „leuchten“,  der  Atem  „fliegt"::  wir  haben  Fieber.  Die  Höhe
dieser  Wärme  gibt  Aufschluß  über  die  Vorgäuge  im  Organismus;  wir  haben
die  Wärme  zu  messen  gelernt  und  benützen  dazu  das  wärmeempfindliche
Quecksilber,  das  sogenannte  Thermometer.  Diese  Messungen  sollte  jede
Hausfrau  verstehen;  denn  sie  allein  geben  uns  in  zweifelhaften  Fällen  einen
richtigen  Maßstab  für  den  Ernst  des  Zustandes  eines  Erkraukten.  Auch
sollte  ein  Fieberthermometer  in  keinem  Hause  fehlen.  Auf  Fig.  444
bis  446  wird  uns  die  verschiedene  Art  der  Temperaturmessung  dargestellt;
Messung  im  Munde,  in  der  Achselhöhle,  im  Darme.  Letztere  ist  die  zuverlässigste,
  weil  sie  den  Wärmegrad  des  Körperinnern  gibt;  doch  ist  sie  bei
empfindlichen  Kranken  oder  störrigen  Kindern  oft  schwer  auszuführen.
Thermen.  Man  versteht  darunter  „Wildbäder“,  das  sind  aus
der  Erde  kommende  Quellen,
welche  konstant  höhere  Temperaturen
  haben  als  unser  gewöhnliches
  Trinkwasser.  Oft
enthalten  sie  aufgelöste  Mineralien.
  Ist  ihre  Wärme  höher  »  »  .
atsdieunseresVlutes-so  .
erregen  sie  bedeutend,  lösen  9
und  erweichen  und  sind  daher
bei  Gicht,  Steifigkeit,  bei
Ausschwitzungen  wirksam;  diejenigen
  unter  Blutwärme  haben  »
eine  mehr  beruhigende  Wir—

·  .,.  Fig.  447.  Stellung  zur  Untersuchung  und  Massage.
kung  und  sind  bei  Schiäche-  Nach  Thure-Brandt.

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zuständen  angezeigt.

Chermometer.  Fig.  381  und  382  stellen  einen  Thermometer  für
Bäder  und  einen  für  Körpermessungen  dar.  Man  vermeide  bei  seiner  Benützung
  grelle  Übergänge  von  sehr  heißer  und  sehr  kalter  Temperatur,  weil
sonst  die  zarte  Glasröhre  leicht  springt.  Das  untere  Ende  des  Fieberthermometers
  ist  zapfenförmig  geformt,  um  in  Körperhöhlen,  wie  das  Darmende
oder  die  Achselhöhle,  leicht  eingeführt  werden  zu  können.  Dort  läßt  man  es
fünf  bis  zehn  Minuten  liegen,  um  eine  richtige  Zahl  zu  erhalten.  Die  auf
der  Tabelle  (Fig.  382)  geschriebene  Zahl  37  gibt  die  normale  Wärme
Gesunder  an,  die  je  nach  Witterung  und  Kleidung  meist  unter  870  bleibt.
Man  rechnet  bei  der  Temperaturmessung  des  Körpers  nach  Celsins,  welcher
die  Hundertteilung  einführte.  Die  Badethermometer  hatten  bisher  die
Achtzigteilung  nach  Réaumur.  Man  ist  nun  bemüht,  eine  einheitliche
Berechnung  durchzuführen  und  alles  nach  Celsius  zu  berechnen.  Um  dies  zu
erleichtern,  haben  wir  auch  eine  Umrechnungstabelle  gebracht,  Fig.  325,
welche  uns  das  Verhältnis  der  Zahlen  veranschaulicht.  Wir  ersehen  aus