818  Träumen  —  Tripper.

bis  vier  Pfund  Trauben  täglich,  entfernt  aber  Kerne  und  Häute  und  beschränkt
  entsprechend  die  andere  Nahrung.  Auch  genügende  Bewegung  muß
während  der  Kur  gemacht  werden,  und  ein  Magenleiden  darf  gleichzeitig
nicht  bestehen.

Träumen.  Wenn  dem  Gehirn  während  des  Schlafes  zu  viel  Blut
zugeführt  wird,  so  bleibt  es  tätig,  aber  mit  Ausschaltung  des  Bewußtseins.
Es  schöpft  aus  der  Erinnerung  ohne  Mittätigkeit  der  kritischen  Vernunft,
weshalb  die  Traumbilder  oft  so  verworren  und  unlogisch  sind.  Daß  bei
lebhaftem  Träumen  die  Ruhe  und  Kräftigung  des  Gehirns  unvollkommen  ist,
ist  klar;  man  sei  also  bemüht,  das  Träumen  zu  verhindern.  Man  genieße
nur  leichtes  Abendbrot,  vermeide  dabei  erregende  Getränke  und  mache  womöglich
  darnach  noch  einen  Spaziergang.  Im  warmen  Bette  ein  kalter  Leibausschlag
  und  bei  kalten  Füßen  kräftige  nasse  Frottierung  derselben  vor  dem
Zubettgehen  und  eine  Wärmfflasche  ins  Bett,  dies  leitet  das  Blut  vom  Gehirn
ab  und  beruhigt  es  dadurch.  Lesen  vor  dem  Schlafengehen,  wie  lebhafte
Unterhaltung  ist  sehr  nachteilig.  Bei  sehr  erregbaren  Personen  sind  auch
warme  Vollbäder,  spät  abends  genommen,  wirksam;  am  sichersten  aber  wirkt
ausgiebige  Muskelermüdung,  durch  körperliche  Anstrengung  am  Tage  in
guter  Luft  erzielt.

Tribacke  ist  eine  Frau,  welche  sich  der  „lesbischen  Liebe“  ergeben  hat.
Es  ist  dies  widernatürliche  Unzucht,  der  geschlechtliche  Verkehr  zwischen  Frauen,
natürlich  auch  eine  Art  Onanie,  die  aber  zu  zweien  ausgeübt  wird  und  daher
weniger  kräfteverbrauchend  wirkt.  Diese  Verirrung  ist  verbreiteter,  als  man
oft  denkt  und  ist  zum  Teil  die  Folge  der  Ehescheu  der  Männer  und  der  Augst
der  unverehelichten  Frauen  vor  natürlichen  Folgen  des  heimlichen  Liebesverkehres.
  Auch  wird  sie  bei  alten  Onanistinnen  oft  beobachtet.

Trichinose.  Im  zweiten  Kapitel  über  Ernährung  sind  auch  die
tierischen  Krankheiten  erwähnt,  die  uns  krankes  Fleisch  geben.  Man  lese  nach.
Die  Trichine  lebt  hauptsächlich  im  Muskelfleisch  der  Schweine,  wird  im
menschlichen  Magen  frei  und  wandert  weiter,  dabei  große  Schmerzen  verursachend.
  Wenn  die  Beschaffenheit  des  genossenen  Fleisches  nicht  rechtzeitig
erkannt  wird,  ist  es  schwer,  der  ausgebrochenen  Trichinenkrankheit  im  Menschen
beizukommen.  Heiße  Aufschläge  auf  schmerzende  Stellen,  Einspritzungen,
Henselsche  Salzkur,  um  die  Energie  zu  heben,  Dampfbäder  unter  Umständen
  u.  a.  werden  Linderung  schaffen.  Als  erstes  aber  entleere  man  den
Darm  und  Magen  durch  Rizinusöl  und  Spülungen  und  trinke  dann  Olivenöl,
in  welchem  Trichinen  umkommen.

Cripper  (Gonorrhoe).  Es  wird  damit  jener  Katarrh  der  Harnröhrenschleimhaut
  des  Mannes  bezeichnet,  welcher  sich  auf  die  gesunde  Schleimhaut
der  Scheide  sehr  leicht  überträgt,  umgekehrt  natürlich  auch  durch  die  erkrankte
Scheide  auf  die  Harnröhre  des  Mannes.  Milchiger  Ausfluß,  Jucken,
Brennen,  Hitze,  Unbehagen,  Röte  und  Schwellung  sind  seine  An-