832  Verdauung.

wunden  bedingt  ihre  Gefährlichkeit  und  der  Reichtum  der  Haut  an  Nervenendungen
  erhöht  die  Schmerzhaftigkeit.  Man  nimmt  an,  daß  bei  Ver—
brennungen  von  zwei  Dritteln  der  Körperoberfläche  der  Tod  eintreten  muß,
weil  die  „Hautatmung“  und  Wärmeausstrahlung  nicht  entbehrt  werden  können.
Sowohl  siedendes  Wasser,  wie  Feuer,  heißes  Fett  usw.
können  schwere  Verbrennungen  der  Haut  hervorrufen.

Behandlung.  Sie  ist  verschieden,  je  nach  dem
Grad  der  Verbrennung.  Im  allgemeinen  kann  man  sagen,
daß  Erhaltung  der  Haut  und  Milderung  der  oft  heftigen
Schmerzen  ihre  Hauptaufgaben  sind.  Auflegen  von  Olläppchen
  und  Eisaufschläge  waren  bisher  die  üblichen
Behandlungsmethoden.  Auch  das  Hebrasche  „Wasserbett"
war  bei  schweren  Verbrennungen  in  vielen  Fällen  sehr
wohltätig.  Es  bestand  darin,  daß  man  den  Verunglückten
in  eine  Wanne  legte,  in  welcher  warmes  Wasser  stets
auf  gleicher  Temperaturhöhe  erhalten  wurde.

Ist  die  schützende  Oberhaut  verloren  gegangen,
dann  ist  der  Wechsel  der  Umschläge  sehr  schmerzhaft;  man
bedeckt  die  Wunde  daher  mit  (vorher  gebrühtem)  feinem
Batist,  den  man  nur  alle  24  Stunden  erneuert,  und  legt
auf  diesen  die  kalten  Aufschläge,  die  häufig  gewechselt
werden  müssen.  Des  fein  verteilten  Fettgehaltes  wegen
wirken  Milchaufschläge  sehr  günstig  ein.  Ableitende
Packungen,  auch  kühle  Ganzabwaschungen  (nicht  der
Wundenl),  offene  Fenster,  leichteste  und  kühle  Diät,  ent-4.
  leerende  Klystiere  erleichtern  das  Krankenlager  oft  wesent-Vendamungeschct,
  lich  und  befördern  die  Heilung.  —  Wichtig  ist  es  auch,
und  Nasenöffnung.  zu  wissen,  was  man  zuerst  zu  tun  hat,  wenn  die  Kleider

".  m#.3  einer  Person  in  Brand  geraten:  Man  werfe  sie  zu  Boden,

e  Niere.  f  Blase.  rolle  sie,  werfe  Decken,  Teppiche,  Mäntel  auf  sie,  schütte
Asche,  Sand,  Wasser,  Straßenstaub  über  sie  und  suche

mit  allen  möglichen  Mitteln  die  Flammen  zu  ersticken  und  ihre  Ausbreitung
zu  verhindern.  Anklebende  Kleider  müssen  von  den  Brandwunden  sehr  behutsam
  entfernt  werden.  Später  entstandene  eiternde  Wunden  heilen  bei
Wasserbehandlung  sehr  gut.  Bei  Verbrennungen  mit  Säuren  schütte  man
Milch,  Asche,  Kreide  auf  die  Wunde,  um  das  weitere  Umsichgreifen  der  Zerstörung
  zu  verhüten;  bei  Verbrennungen  mit  Laugen  übergieße  man  sie  mit
Essigsäure  oder  Zitronensaft.  Nachher  spüle  man  die  Wunden  mit  lauem
Wasser  ab  und  bedecke  sie  mit  weicher  Gaze,  auf  welche  man  eine  feuchte
Packung  legt  oder  kalte  Aufschläge,  wenn  die  Schmerzen  zu  heftig  sind.

Verdauung.  (Man  lese  das  Kapitel  über  die  Verdauungsorgane  im
J.  Teile  nach,  dann  alles,  was  über  „Ernährung“  gesagt  ist.)  Hier  bringen