842  Vollblütigkeit  —  Walnußblätter.

schaftlichen  Tierversuche  aber  sollten  unter  Kontrolle  gestellt  werden,  damit
nur  wirklich  nutzbringende  Untersuchungen  und  nur  reife,  ihrer  Verantwortlichkeit
  voll  bewußte  Forscher  zugelassen,  endlich  auch  ihre  Unternehmungen  an
dem  hilflosen  Tiere  niemals  ohne  Anwendung  aller  bewährten  schmerzbetäubenden
  Mittel  ausgeführt  werden.  Nur  dann  kann  den  Greueln  vorgebeugt
  werden,  die  jetzt  vielerorts  ungestraft  ausgeübt  werden.

Vollblütigkeit.  Personen  mit  stark  gerötetem  Gesicht,  Blutandrang
  nach  dem  Kopfe,  häufigen  Hitzegefühlen  und  Unruhe,  nennt  man
meist  „vollblütig".  Eigentlich  sind  sie  krank,  nicht  aber  zu  blutreich;  denn
sie  haben  entweder  zu  dickes  Blut,  oder  sie  haben  gestörten  Blutlauf.
Bei  Fetten,  bei  Alkoholikern,  bei  Hämorrhoidariern,  auch  bei  gutgenährten
Frauen,  welche  die  Menstrnation  verloren  haben,  bemerkt  man  derlei
Störungen.  Man  zögere  nicht  mit  energischer  Behandlung,  sollen  nicht
ernstere  Folgen  sich  einstellen!

Behandlung.  Tägliche  Ganzabreibungen  20°  C.  (Fig.  261)  oder
Halbbäder  mit  Abkühlung  —  nicht  Rückenguß!  —  (Fig.  376),  heiße
Beinbäder,  Nacken=  und  Rückenmassage,  unter  Umständen  Heißluftbäder,
nachts  kalte  Wadenpackungen,  Barfußlaufen  auf  tauigen  Wiesen,  Luftbäder,
mäßiges  Bergsteigen,  kühle  leichte  Kost,  strenge  Meidung  des  Alkohols,  das
sind  neben  örtlicher  Behandlung  die  wirksamsten  Maßnahmen,  die  Kreislaufstörungen
  oder  Gefäßerkrankungen  wieder  auszugleichen  vermögen.

W.

Macholderbeeren.  Sie  sind  ein  altes  Hausmittel.  Da  sie  die
Harnausscheidung  befördern,  werden  sie  bei  Wassersucht  angewendet  und  gelten
als  blutreinigend.

Mackenkrampf.  Bei  nervösen  Frauen,  während  der  Schwangerschaft,
  bei  Gebärmutterleiden  tritt  Wadenkrampf  in  schmerzhaftester  Form
auf,  meist  in  der  Bettwärme.  Kräftiges  Frottieren  mit  warmen  Händen,
feuchte  Wickel,  heiße  Beinbäder  und  entsprechende  Allgemeinbehandlung
vertreiben  sie,  bei  beginnendem  Anfall  auch  im  Bette  ausgeführte  Gymnastik.

C-lalnußblätter.  Sie  haben,  ebenso  wie  die  grünen  Schalen  der
Nüsse,  der  Früchte  des  Nußbaumes,  einen  herben,  zusammenziehenden  Stoff
und  starkriechende  Bestandteile;  daher  sind  sie  seit  alters  her  als  Badezusatz,
  besonders  für  schwächliche  Kinder,  bei  Skrofulose  und  hartnäckigen
Hautkrankheiten  beliebt  gewesen.  Sie  wirken  belebend  und  angenehm  auf
die  Haut  und  werden  bei  wochenlangem  Gebrauch  oft  günstig  einwirken.