844  Warzen  —  Wasserbruch.

WMarzen.  An  den  Händen,  im  Gesicht,  seltener  an  anderen  Körperteilen,
  entstehen  oft  kleine  Gebilde,  die  aus  vergrößerten  Hautpapillen  und
verdickter  Oberhaut  bestehen  und  durch  ihr  Hervorragen  recht  störend  werden
können.  Ihre  Entstehungsursache  ist  verschieden.

Durch  Atzen  mit  Chrom  oder  Salpetersäure,  Höllenstein,  operatives
Beseitigen  usw.  gelingt  es  zuweilen,  sie
zu  entfernen;  sie  wachsen  aber  sehr  leicht
wieder  und  vermehren  sich  dann.  Es
kann  nicht  bestritten  werden,  daß  es
„Wunderfrauen“  und  auch  Männer  gibt,
welchen  es  gelingt,  durch  besondere  Mittel
die  lästige  Beigabe  in  Form  von  Warzen
zu  beseitigen.  „Wie“  sie  es  machen,  ist
ihr  Geheimnis.  (Man  lese  im  sechsten
Kapitel  über  „Schönheitspflege“  nach.)
Es  gibt  auch  ein  elektrisches  Verfahren,
welches  sie  beseitigt.  Die  Ursache  ihrer
Entstehung  ist  oft  ganz  unklar,  mitunter
aber  ist  sie  mit  sexuellen  Störungen  in
Verbindung.  Diese  krankhaften  und  häßlichen
  Wucherungen  der  Haut  an  den
Händen  verschwinden  bei  jungen  Lenten,
wenn  an  Stelle  onanistischer  Betätigung  natürlicher  Liebesverkehr  tritt.

Malschungen.  Waschungen  einzelner  Körperteile  oder  auch  des
ganzen  Körpers  wendet  man  bei  vielen  Zuständen  an.  Recht  schwache  Kranke
wäscht  man  mit  einem  Zusatz  von  Kräuter-Essenzen  kühl  oder  warm  täglich
morgens  im  Bette  ab,  was  sie  meist  recht  erfrischt.  Kräftigeren  Kranken,
die  gegen  Güsse  und  Vollbäder  sehr  empfindlich  sind,
macht  man  eine  Ganzabwaschung,  wie  sie  Fig.  262
darstellt.  Mit  den  Beinen  fängt  man  an  und  reibt
die  benetzten  Stellen  mit  einem  Handtuch  trocken.
Frostige  Personen  läßt  man  dabei  neben  einem  Ofen

Fig.  466.  stehen,  oder  sich  im  Bette  wieder  erwärmen.  Je  nach
Wandernieren-Bandage.  der  Körperbeschaffenheit  wird  ein  Frottierhandschuh
oder  ein  weicher  Schwamm  zum  Abwaschen  genommen.

Mlalserbruch  (Hydrozele).  Er  tritt  bei  Sänglingen,  Männern  und
Greisen  auf,  kann  die  Folge  von  Verletzungen,  von  Genorrhoe,  von  Tuberkulose
  oder  heftigen  Entzündungen  sein  und  muß  oft  operativ  behandelt
werden.  Es  bildet  sich  im  Hodensack,  den  Hoden  zum  Teil  unmschließend,
eine  wässerige  Geschwulst,  die  oft  großen  Umfang  annimmt,  aber  nicht  bedeutende
  Schmerzen  verursacht.  Bei  Säuglingen  lasse  man  die  Ursache  desselben
  vom  Arzt  möglichst  klarstellen,  denn  es  ist  nicht  gleichgültig,  ob  ihn

Fig.  465.  Normale  Lage  der  Niere.
Nach  Dr.  Lahmann.