846  Wassersucht  —  Wechselfieber.

Mallsersucht.  Das  Austreten  des  Blutwassers  in  die  Gewebe  oder  in
die  Körperhöhlen  infolge  Entzündungen  oder  Zirkulationsstörungen  nennt  man
„Wassersucht".  Man  unterscheidet  Brust-,  Bauch-,  Herzfellwassersucht,  dann
allgemeine  Wassersucht  infolge  Versagens  des  Herzens  oder  der  Nieren.
Gelingt  es,  ihre  Ursache  zu  heben,  so  schwindet  auch  sie,  denn  sie  ist  kein
selbständiges  Leiden.  Im  anderen  Falle  bleibt  nur  übrig,  die  Herzkraft  zu
heben,  die  Nierentätigkeit  anzuregen  und  angesammelte  große  Flüssigkeitsmengen
  durch  „Abzapfen“  zu  entfernen.  Die  Behandlung  ist  je  nach  der
Ursache  und  dem  Kräftezustand  ganz  verschieden.  Oft  erreicht  man  durch
Schwitzpackungen,  heiße  Vollbäder  (bei  Herzschwäche  aber  nicht!),  Fußdämpfe,
heiße  Sandbäder,  Genuß  von  reichlichem  Zitronensaft,  Zinnkrauttee,  Birkensaft
  usw.  sehr  viel,  und  wo  dies  alles  versagt,  bleibt  einem  Herzgift  —  ob
wir  wollen  oder  nicht!  —  der  Ruhm,  in  verzweifelten  Fällen  noch  Erleichte-Fig.

  468.  Wärm=  und  Kühlflasche  von  Ingenieur  Leupold  in  Zwickau  i.  S.

rung,  ja  wirkliche  Hilfe  gebracht  zu  haben,  und  das  ist  die  Digitalis,  der
wir,  wie  dem  Morphium,  für  besondere  Nolfälle  noch  einen  Platz  einräumen.

UMechselbäckep.  Man  versteht  darunter  Wasseranwendungen  von  verschiedener
  Temperatur,  die  eine  stark  erregende  Wirkung  haben  und  daher  ableitend
  wirken.  Am  häufigsten  werden  sie  für  Arme  und  Beine  angewendet,
wenn  mangelhafte  Zirkulation,  Kälte,  Schlaffheit  vorliegen.  Nach  ihrer  Anwendung
  muß  ein  deutliches  Wärmegefühl  eintreten,  das  durch  lebhaftes  Zuströmen
  des  Blutes  entsteht.  Man  unterscheidet  Wechselsitzbäder,  Wechselgüsse,
  Arm=  und  Beinbäder  und  nimmt  für  leichtere  Fälle  etwa  387  zu  19°  C.,
und  wo  man  noch  stärker  reizen  und  blutzuziehend  wirken  will,  wie  z.  B.  bei  inneren
Wechselspülungen,  45°%  auf  16°  C.  Verboten  sind  sie  bei  sehr  reizbaren  Personen,
bei  Herzkranken  und  an  solchen  Körperstellen,  wo  schon  Blutandrang  oder  Hautkrankheiten
  (Ausschläge)  bestehen.  Im  heißen  Wasser  soll  man  stets  länger  verweilen
als  im  kalten,  also  z.  B.  beim  Wechselfußbad  drei  Minuten  im  heißen  Wasser,
eine  halbe  Minute  im  kalten,  diesen  Wechsel  drei=  bis  viermal  wiederholen  und
stets  mit  der  kalten  Anwendung  aufhören,  um  die  Haut  nicht  erschlaffen  zu  lassen.

Miechlelfieber  (Malaria,  Sumpffieber).  Es  entsteht  durch  einen  von
Mosquitos  auf  den  Menschen  übertragenen  Blutparasit  (Aalariaplasmodium)
und  besteht  in  Fieberanfällen,  welche  tage=  und  wochenlang  aussetzen  und  den  Erkrankten
  schließlich  in  einen  sehr  schlechten  Zustand  bringen.  Es  ist  an  gewisse