852  Zähne.

Z.

Zaãhne.  Der  Bau  des  Zahnes  ist  auf  Fig.  341  ersichtlich.  Im
gesunden  Zustand  ist  er  sehr  hart  und  widerstandsfähig;  denn  zur  Bewältigung
der  Nahrungsmutel  sind  gute  Zähne  unentbehrlich.  Wenn  das  Kauen  im
Munde  ungenügend  wird,  weil  zuviel  Zahnlücken  vorhanden,  oder  kranke
Zähne  zu  schmerzhaft  sind,  entstehen  sehr  häufig  Magenkrankheiten.  Um  die
Ernährung  nicht  zu  stören,  hat  man  den  künstlichen  Zahnersatz  versucht,  und  zwar
nach  dem  heutigen  Stand  der  Zahntechnik  mit
vielem  Glück.  Aber  nicht  nur  des  Essens  wegen
brauchen  wir  Zähne,  auch  der  Schönteit  und  der
Sprache  wegen.  Zahnlücken  lassen  die  Wangen
einfallen  und  verhindern  die  deutliche  Bildung  von
Konsonanten.  Am  Längsdurchschnitt  der  Zähne  befindet
  sich  die  Zahnhöhle,  3  auf  Fig.  470,  in
welche  der  Zahnnerv  mit  dem  Blutgefäß  eintritt,  das
Zahnbein,  2  auf  Fig.  470,  und  die  oberste  Schichte
an  dem  über  dem  Zahnfleisch  stehenden  Zahnteil,
dem  harten  und  glänzenden  Zahnschmelz,  1  auf
Figur  470.  Wird  dieser  verletzt  und  bekommt  er
Sprünge,  so  erkrankt  das  viel  weichere  Zahnbein
sehr  leicht,  besonders  wenn  es  von  Natur  schwach  ist
oder  der  Speichel  nicht  gute  Zusammensetzung  hat.
Fig.  471  und  472  zeigen  uns  den  Vorgang  des  Hohlwerdens.
  In  Fig.  471  macht  das  Loch  in  der  Krone  noch  keine  Schmerzen,
weil  die  „Pulpa“,  das  ist  die  Zahnhöhle  mit  den  Endigungen  des  Nervs,
noch  nicht  eröffnet  ist;  in  Fig.  472  aber  ist  dies  der  Fall  und  darum  die
rasenden  Schmerzen  des  hohlen  Zahnes.  Schafft  man  ihm  eine  künstliche
Decke,  indem  man  ihn  mit  Watte  ausfüllt,  um  das  Eindringen  von  Speichel
und  Speijen  zu  verhüten,  so  wird  er  anfänglich  ruhiger.  Man  zögere  aber
nicht  lange,  zum  Zahnarzt  zu  gehen,  damit  dieser  die  Höhle  reinige  und  eine
feste  bleibende  Füllung  einlege.

Die  Arten  der  Zähne  sind  auf  Fig.  473  ersichtlich  gemacht.  Man
unterscheidet  Schneide=  und  Backenzähne  und  zählt  32  beim  erwachsenen
Menschen.  Unter  „Eckzähne“  (Fig.  341)  ist  der  kindliche  Kiefer  mit  den
Milchzähnen  und  den  darunter  liegenden  Zahnkeimen  für  die  bleibenden
Zähne  dargestellt.

In  bezug  auf  die  Zahnpflege  machen  wir  auf  das  häufige  Ausspülen
der  Mundhöhle  mit  lauem  Wasser,  besonders  nach  jeder  Mahlzeit  und  abends
vor  dem  Schlafengehen,  aufmertsam,  damit  keine  Zersetzung  der  zurückgebliebenen

Fig.  470.
Gesunder  VBackenzahn.